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15. Mai 2010

Kiefer und VOC und Gesundheit und Emotionen

Filed under: Gesundheit,SHI - Ticker,Wissen,Wissenschaft — Schlagwörter: , , , , — Peter Bachmann @ 14:50

OSB

Hier eine spannende Dissertation zu OSB – Platten

und eine spannende Diskussion in der Gruppe “Gesundes Bauen und Wohnen”

Berichterstattung im Holzzentralblatt

Kiefer ist nicht gesundheitsschädlich!

Die emotionale Diskussion zur VOC – Frage nimmt kuriose Formen an! Die aktuell veröffentlichte Studie von Prof. Dr. Mersch-Sundermann wird nun von Experten und Laien diskutiert und in alle möglichen Richtungen je nach Wunsch interpretiert.

Zuerst ist aus Sicht des Sentinel-Haus Instituts fest zu stellen, dass in der Studie bisher lediglich das a-pinen betrachtet und gesundheitlich bewertet wurde. A-Pinen kommt aus der Kiefer und ist nur für einen ganz geringen Anteil von Menschen gesundheitlich problematisch. Von daher ist sicherlich Kiefernholz als Baustoff nicht zu verdammen! Jedoch ist und bleibt eine Aussage wie die folgende grundsätzlich problematisch: „ Kiefer ist gesund!“ Dies kann für einen Teil der Menschen gelten, für einen weiteren Teil sind die Emissionen aus der Kiefer neutral und einen ganz kleinen Teil ggf. allergisierend. Im Sinne des Holzbauunternehmens sollte vorsorglich keine Aussage wie die oben zitierte getätigt werden.

Weiterhin ist das A-Pinen aus der Kiefer leider nicht das einzige VOC, welches aus manchen Holzwerkstoffplatten emittiert. Holzwerkstoffplatten sind industriell bearbeitet und mit zusätzlichen Inhaltsstoffen ausgestattet. Zudem verändern sich die natürlichen Inhaltsstoffe durch die thermische Bearbeitung im Produktionsprozess. Es entstehen neue höhere Aldehyde (z.B. n-Hexanal), welche ein Geruchsproblem und ggf. ein gesundheitliches Problem sein können. Deshalb ist eine Aussage, dass Holzwerkstoffplatten kein gesundheitliches Problem auslösen können, schlichtweg falsch und auch aus der Studie von Prof. Dr. Mersch-Sundermann beim besten Willen nach meinem Ermessen nicht zu entnehmen!

Zudem ist zu berücksichtigen, dass es durch das Umweltbundesamt Empfehlungswerte für Innenräume gibt. Diesen Werten müssen sich natürliche und synthetische Lösemittel (VOC) unterwerfen. So lange durch das Bundesumweltamt kein „Freibrief“ auf natürliche VOC ausgestellt wird, sollten sich die Bauunternehmen, Industrie und Planer an diesen Werten orientieren.

Ein ordentliches Kiefern – KVH (Konstruktionsvollholz) oder BSH (Brettschichtholz) macht nach meiner Auffassung keine Probleme. Nasse Hölzer und industriell veränderte Materialien können problematisch sein. Dies sollte durch eine Prüfkammeruntersuchung (AgBB) geklärt werden oder sogar durch eine Zertifizierung mit einem guten Label wie natureplus oder Eco-Zertifikat.

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