Der Blog zum wohngesunden Bauen

29. April 2013

Erhöhte Naphthalinwerte in Herder-Grundschule

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Kindergärten & Schulen,Presse — Schlagwörter: , — Wjatscheslaw Baumgärtner @ 15:58

Die Herder-Grundschule in Weißenfels wies bereits letztes Jahr eine erhöhte Konzentration an Naphthalin auf. Höchstwahrscheinlich ist dies verantwortlich für die berichteten Gesundheitsbeschwerden der Kinder, wie z.B. massive Kopfschmerzen, Übelkeit und Allergien. Aktuell werden die Bluttests der Lehrer ausgewertet. Oberbürgermeister Robby Risch lässt die Schule  nicht schließen und steht jetzt mit Schulleiterin Felicitas Beutler und zahlreichen Eltern im Konflikt. Nachstehend der Artikel vom 26.04.13 aus der Mitteldeutschen Zeitung. Damit reiht sich leider auch dieser Vorfall in die zahlreichen Schadensfälle der Problematik der Innenraumlufthygiene ein.

Den Artikel findet man unter folgendem Link:

Mitteldeutsche Zeitung_Giftdaempfe_in_Weißenfelser_Grundschule

23. April 2013

Studieren in gesunder Luft

Filed under: Allgemein,Kindergärten & Schulen,Neubau,Presse,Projekte — Matthias Lange @ 08:51
Übergabe Sentinel Zertifikat 17.4.2013 an der Brügge Schröder Bachmann

Robert an der Brügge, Geschäftsführer der Stadtsiedlung Heilbronn, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schröder, Rektor der Hochschule Heilbronn und Peter Bachmann, Geschäftsführer und Gründer des Sentinel Haus Instituts

Die Hochschule Heilbronn hat das Raumluftzertifikat des Sentinel Haus Institutes erhalten. Die Stadtsiedlung Heilbronn achtete beim Bau des im vergangenen Oktober offiziell eröffneten Campus besonders auf die Qualität der Raumluft. In Zusammenarbeit mit uns wurden Baumaterialien auf ihre Emissionen hin begutachtet und Hinweise in den Bauablauf eingearbeitet. Die von Hartmut Herzberg gemessenen Werte für flüchtige organische Stoffe liegen deutlich unter den strengen Empfehlungswerten des Umweltbundesamtes. Auch der Empfehlungswert für Aldehyde der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde unterschritten.

Beim Luftaustausch hat die Stadtsiedlung Heilbronn bei der Planung des sechsstöckigen Gebäudes mit seinen beiden Hörsälen und zehn Seminar- und Gruppenräumen vorgesorgt. So genannte CO2-Ampeln erinnern die Studierenden und Dozenten ans Lüften. Beim Bau der Hochschule konnte so auf eine teure und wartungsintensive Lüftungsanlage verzichtet werden.

Dementsprechend herrscht in den Räumen des Hochschulgebäudes messbar gesunde Luft – ideal zum Studieren und Arbeiten. Das kommt in erster Linie den Studierenden und Lehrkräften zugute. Nach diesen positiven Erfahrungen prüft die Stadtsiedlung Heilbronn als führendes kommunales Wohnungsunternehmen in der Region, wie sich Aspekte des wohngesunden Bauens noch stärker als bisher in die Baupraxis integrieren lassen.

10. April 2013

Macht Holz gesund?

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Kindergärten & Schulen,Wissenschaft — Schlagwörter: , , — Matthias Lange @ 08:56
ipoint_bigconair

Foto: Ulla Fuerlinger

Diese Frage stellt sich vielen Akteuren der Holzbaubranche, insbesondere nachdem es in den letzten Jahren sogar deutliche Hinweise darauf gab, dass bestimmte Holzwerkstoffe krank machen können. Die Universität Innsbruck hat ein neues Forschungsprojekt auf den Weg gebracht, bei dem die Raumluftqualität in zwei Holzcontainern über zwei Jahre getestet und mit der in zwei Stahlcontainerbauten verglichen wird. Das Forschungsprojekt namens BIGCONAIR verfolgt ehrgeizige Ziele:  „Wenn es uns mit unserem nachwachsenden heimischen Rohstoff Holz gelingt, einen Beitrag für die Errichtung gesunder Infrastruktur zu leisten, so haben wir ein wesentliches gesellschaftspolitisches Ziel erreicht“, so der stellvertretende Tiroler Landeshauptmann Anton Steixner.

Details zu dem sehr spannenden Projekt unter der Leitung von Univ.-Prof.  Michael Flach finden Sie hier.

4. April 2013

Schulcontainer wegen Formaldehydbelastung geschlossen

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Kindergärten & Schulen,Presse — Schlagwörter: — Josef Spritzendorfer @ 12:11

Erhöhte Formaldehydwerte aus Akustikplatten sind die Ursache, daß 34 Schulcontainer in Wiesdorf  (Leverkusen)  geschlossen werden mussten.

Bislang hatte die Stadtverwaltung gehofft, dass sich die Container sanieren lassen. Nun steht fest: Die Sanierungsversuche sind gescheitert, in den Behelfsklassen werden keine Schüler mehr unterrichtet. „Der Formaldehydwert ist immer noch hoch“, sagt Verwaltungssprecherin Heike Fritsch. Außerdem sei davon auszugehen, dass der Wert im Sommer noch steige. Das Fazit aus dem Rathaus: „Die Container können nicht mehr genutzt werden.“ Als Quelle des Übels waren Akustikdämmplatten ausgemacht worden. Diese wurden zwar entfernt, das brachte aber nicht den gewünschten Erfolg.”  Pressebericht

Damit bestätigen sich erneut die massiven Vorbehalte gegenüber Containern bezüglich deren Raumluftqualität als langfristige  “Ersatzlösungen” für Kindergärten und Schulen – ebenso aber auch für Büroräume.

25. März 2013

CO2 bleibt ein Dauerthema in Schulen

Filed under: Allgemein,Kindergärten & Schulen,Wissen & Literatur — Schlagwörter: , — Matthias Lange @ 09:36

Selbst neu gebaute Unterrichtsgebäude lassen oft eine professionelle Lösung für den Abtransport von CO2 vermissen. So wurde, wie der BINE Informationsdienst berichtet, z.B. beim Neubau der Realschule Lindau 2008  auf die geplante Lüftungsanlage in den Klassenräumen mit Ausnahme der Fachräume verzichtet. Im laufenden Schulbetrieb machte sich dies schnell mittels Rückmeldungen von Schülern negativ bemerkbar, Messungen ergaben CO2-Werte von über 5.500 ppm.  Nach einer Testphase rüstete die Schule mit dezentralen Lüftungsgeräten nach. Die Testphase könnte nun auch für andere nachzurüstende Schulen interessant sein. Denn im Verlauf der Testphase wurden verschiedene Anlagentypen erprobt: Neben Standgeräten verschiedener Bauart  wurden auch Deckengeräte mit Anbindung über die Oberlichter der großzügig verglasten Fassade eingesetzt. Ein Messsystem zeichnete Daten für den CO2-Level, die Temperatur, die relative Feuchte im Klassenzimmer und außen sowie die Gebläsespannung zur Beurteilung der Regelung auf. Diese wurden später ausgewertet. Die Planer berücksichtigten bei ihrer Entscheidung für eine Variante besonders die Durchmischung der Klassenräume mit Frischluft und die Geräusch-Emissionen. Auch die Führung der Zu- und Abluftkanäle durch die hochwertige Gebäudehülle und die optische Wirkung, sowohl im Klassenzimmer als auch der Gesamteindruck der Fassade von außen, flossen ein. Mehr hier.

5. März 2013

Vanilleduft gegen Gestank

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Kindergärten & Schulen,Sentinel-Haus Stiftung — Josef Spritzendorfer @ 10:35

Mit Räucherstäbchen gegen Schimmel?

Beduftungen nehmen zwischenzeitlich ein nahezu unerträgliches Ausmaß an; wird aktuell doch tatsächlich in einer Schule – in einem Container!  mit ohnedies zu hinterfragender Raumluftqualität  (siehe hier ) versucht, bereits als “harmlos” eingestufte Schimmelbelastungen bzw. Schimmelgeruch mit” Vanilleduft” zu verdrängen.

Nicht berücksichtigt wird dabei, daß gerade solche Beduftungen für zahlreiche “Chemikaliensensitive”  eine unerträgliche zusätzliche Belastung darstellen können – zusätzlich zu den ohnedies auf jeden Fall kritischen Schimmelbelastungen somit noch weitere  Belastungen und damit gesundheitliche Risiken  in die Räume eingebracht werden.Siehe dazu auch unsere Diskussionsseite der Sentinel Haus Stiftung e.V.

Link zum Pressebericht: http://www.ksta.de/odenthal/schimmel-vanilleduft-gegen-den-gestank,15189234,21969044.html

16. Januar 2013

Ein weiterer guter Partner für die Wohngesundheit

OWA

Seit 01.01.2013 ist die Odenwald Faserplattenwerk GmbH (OWA) neuer Produktpartner des Sentinel Haus Instituts. Auf der BAU wurde die Partnerschaft erstmals der Öffentlichkeit präsentiert . OWA mit Sitz in Amorbach im Odenwald produziert und vertreibt mit rund 450 Mitarbeitern in zahlreiche Länder Deckensysteme für abgehängte Decken im Innenausbau: Akustikdecken, Brandschutzdecken, Hygienedecken und viele andere mehr für jede Gebäudeart und jeden Gestaltungswunsch. Täglich werden mehr als 100.000 Quadratmeter hergestellt. Der führende Hersteller von Akustikdeckensystemen hat nun sein Produkt OWAcoustic prüfen lassen und ist mit diesem Produktpartner für Deutschland. “Abgehängte Decken sind wegen ihres direkten Kontakt zur Innenraumluft ein zentraler Bestandteil für gute Innenraumluft in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden. Und ein effizienter Schallschutz ist gerade in Kindergärten und Schulen, aber auch in Büroumgebungen ein wichtiges Element für gesundes Lernen und Arbeiten. Von daher freue ich mich sehr, unseren Partnern und Kunden nun auch in diesem Segment ein emissionsgeprüftes Produkt empfehlen zu können”, sagte Sentinel Haus Institut Geschäftsführer Peter Bachmann beim Treffen mit der Geschäftsführung von OWA.

2. Januar 2013

Erste Datenbank für wohngesunde Baustoffe und Projekte

Das Sentinel Haus Institut stellt auf der BAU 2013 die erste Datenbank für emissionsgeprüfte Baustoffe, wohngesunde Objekte sowie entsprechend ausgebildete Planer, Fachhandwerker und Experten für gesundes Bauen vor.

In Halle 5, Stand 200, stehen Testterminals zum Ausprobieren zur Verfügung.
Die internetgestützte Datenbasis wird Informationen zu gesundheitlichen Eigenschaften zahlreicher Baustoffe enthalten und vor allem über deren Emissionsverhalten Auskunft geben. Die von den Experten des Sentinel Haus Instituts geprüften Angaben stammen aus vertrauenswürdigen Zeugnissen anerkannter Prüfinstitute. Dies ermöglicht die sichere Umsetzung von Bauprojekten mit hohen gesundheitlichen Qualitätskriterien.
Zugang erhalten registrierte Nutzer sowohl über das Internet als auch direkt auf der Baustelle über eine geplante Smartphone-App. So können Architekten, Bauleiter und Handwerker vor Ort zum Beispiel die gesundheitliche Eignung eines Produktes überprüfen.

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30. Dezember 2012

Erneute Schadstoffprobleme mit Fußbodendämmung

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Kindergärten & Schulen,Kommune,Neubau — Schlagwörter: , — Josef Spritzendorfer @ 14:40

Offensichtlich reicht ein Schadensfall nicht.

Praktische Erfahrungen mit Schadstoffbelastungen aus der Fußbodendämmung  durch Phernolharzplatten  hatte die Stadt Nürnberg  bereits in der Vergangenheit unter anderem  in einem Kindergarten in Boxdorf  (Pressemeldung vom 25.6.2012) gemacht – und ähnliche aber auch beim Einsatz solcher Produkte in Fassadendämmungen erleben müssen.

“Das 2-Chlorpropan dringt in diesen Fällen über Fensteröffnungen und kleinste Risse in den Wänden in die Klassenräume ein.”
Erneut wurden aber nun die gleichen Produkte in einem öffentlichen Gebäude eingesetzt – die Sanierung der
Dreifachturnhalle der Ludwig-Uhland-Schule mit Jugendtreff in Nürnberg dürfte eine halbe Million Euro kosten (Pressemeldung vom 27.12.2012). Wie in vielen Fällen hat sich hier bestätigt, dass schadstoffhaltige Dämmstoffe – selbst unter Estrich – in diesem Fall unter Gussasphalt -  durchaus massive Auswirkungen auf die Innenraumluft haben, und sogar nach Sanierung  (Entfernen der Platten) durch sogenannte Sekundärbelastungen noch immer Schadstoffe im Gebäude zurückbleiben.

Siehe dazu auch SHI Blog vom 6.7.2012

 

20. November 2012

Sind gesunde Lebens-, Lern- und Arbeitsgebäude 2013 wahlentscheidend?

Filed under: Allgemein,Kindergärten & Schulen,Kommune,Öffentlichkeitsarbeit — Schlagwörter: , , — Matthias Lange @ 10:51

“Wir fordern für Neubauten und Sanierungen von Kindertageseinrichtungen, Schulgebäude und öffentliche Gebäuden die Festsetzung klarer verbindlicher Grenzwerte für die Belastung der Innenraumluft mit Lösemitteln, organischen Verbindungen, Formaldehyd, Radon und CO 2. Beim Bau und der Sanierung von Gebäuden sind nicht nur ökologische und ökonomische, sondern auch die gesundheitlichen Belange der NutzerInnen zentral zu berücksichtigen. Auf Bundesebene und europäischer Ebene sollen die gesundheitsbezogenen Zulassungskriterien für Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände verschärft werden. Den Verbraucherschutz wollen wir durch die Kennzeichnungspflicht von Baustoffen und Einrichtungsgegenständen bezüglich ihrer Schadstoffbelastung und ihres Emissionsverhaltens verbessern. Im Bereich der medizinischen und bauphysikalischen Forschung wollen wir die Erforschung der potentiellen Gesundheitsgefahren durch Schadstoffe in Gebäuden und mangelnde Innenraumhygiene verstärkt fördern.”

Wow! Wer schreibt das?  Der Allergikerverband, der BUND oder eine andere NGO? Nein, es sind die Grünen. Die oben zitierten Sätze stammen aus einem Antrag von Hans Christian Markert, Landtagsabgeordneter der Grünen in NRW und anderen UnterstützerInnen, der auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover am vergangenen Wochenende den Delegierten vorgelegt wurde. Bei nur einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen stimmte die Partei für den Antrag und installierte damit erstmals das Thema Wohngesundheit in dieser expliziten Form im Programm einer Partei in Deutschland.

Schön ist dabei auch für uns die Tatsache, dass sich politische Arbeit lohnt. Schon 2011 war Peter Bachmann von Markert in den Düsseldorfer Landtag eingeladen worden, das Thema vorzustellen. Im Januar 2012 hatte die grüne Fraktion im Landtag von NRW den Kommunalpolitikern der Bundespartei einen Musterantrag bzw. eine Musteranfrage zur Raumlufthygiene zur Verfügung gestellt.

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