“Bei einem geschätzten Volumen von (global) 500 Mrd. US-Dollar ist der Markt für wohngesundes Bauen langfristig äußerst attraktiv”, so die Worte von Klaus Köpplin, stellvertretender Chefredakteur des Magazins “Trockenbau Akustik”. Wir alle wussten ja bereits, dass Wohngesundheit immer mehr an Bedeutung gewinnt, aber mit einer solch hohen Zahl hätte keiner gerechnet. In einem weiteren Artikel des Magazins wird ebenso von hohen Zahlen zu den Begriffen Formaldehyd (“mehr als 15 Mio. Treffer…”), Schimmelpilz (“…1,5 Mio. Treffer…”), giftige Holzschutzmittel (“…42.000 Treffer…”) und Gebäudeschadtstoffe (“…immerhin 32.000 Treffer…”) berichtet. Dies klingt vielversprechend und macht Lust auf mehr Wohngesundheit. Die gesammelten Beiträge findet man hier:
Vernünftiges statt Aufregendes (Vorwort von Klaus Köpplin)
Markt mit Risiken
Verfrühter
Aprilscherz? Keineswegs!
In Dänemark ist seit dem 01.01.13 die Installation von Öl- und Gasheizungen in Neubauten verboten (ausgenommen Biogas). Ab 2016 dürfen auch keine neuen Öl-Heizkessel in bestehenden Gebäuden installiert werden, wo Fernwärme oder Erdgas zur Verfügung stehen. Hier geht zum Dokument des dänischen Klima, Energie und Bauministeriums. An dieser Stelle einen Dank an ecoquent-positions, die dieses Thema an die deutschsprachige Öffentlichkeit gebracht haben. Das Verbot eines Energieträgers direkt bei den Haushalten bedeutet, dass diese in einem ganz anderen Maßstab gezwungen sind, ihren Energieverbrauch zu reflektieren. Gewöhnlich erschöpft sich das Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch darin, sich zwischen Stromanbieter A und B zu entscheiden und Energiesparlampen zu nutzen.
Für Deutschland kann man sich das schlichtweg nicht vorstellen. Dazu sind die Strukturen der Branche viel zu mächtig und die beiden Länder auch zu wenig vergleichbar. Als Instrument der konsequenten Fortsetzung des Atomausstiegs wäre eine solche klare politische Regelung des Energiethemas vielleicht sinnvoller, als es über die steuerliche Förderung von Maßnahmen zur energetischen Altbausanierung (gescheitert) oder neue Energieeinsparverordnungen zu regeln.
Das Sentinel Haus Institut stellt auf der BAU 2013 die erste Datenbank für emissionsgeprüfte Baustoffe, wohngesunde Objekte sowie entsprechend ausgebildete Planer, Fachhandwerker und Experten für gesundes Bauen vor.
In Halle 5, Stand 200, stehen Testterminals zum Ausprobieren zur Verfügung.
Die internetgestützte Datenbasis wird Informationen zu gesundheitlichen Eigenschaften zahlreicher Baustoffe enthalten und vor allem über deren Emissionsverhalten Auskunft geben. Die von den Experten des Sentinel Haus Instituts geprüften Angaben stammen aus vertrauenswürdigen Zeugnissen anerkannter Prüfinstitute. Dies ermöglicht die sichere Umsetzung von Bauprojekten mit hohen gesundheitlichen Qualitätskriterien.
Zugang erhalten registrierte Nutzer sowohl über das Internet als auch direkt auf der Baustelle über eine geplante Smartphone-App. So können Architekten, Bauleiter und Handwerker vor Ort zum Beispiel die gesundheitliche Eignung eines Produktes überprüfen.
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Es freut mich sehr, dass nun rechtzeitig zur Bau 2013 das neue Buch erschienen ist. Neue Texte, mehr Wissen, neue Grafiken, neue Autoren haben uns unterstützt das neue Werk zu erstellen!
Mehr dazu!

…dann wird das immer seltener, denn China entwickelt sich weiter vom Bauernstaat zur kommenden Nr. 1 der Weltwirtschaft und baut in einem unglaublichen Tempo Wohnraum für seine wachsende Mittelklasse. Radio China International (CRI), der staatliche Auslandsrundfunk der Volksrepublik China berichtet nun Unerhörtes zum Thema Wohnen im Reich der Mitte: In China seien 90 Prozent der Leukämiefälle auf das häusliche Umfeld zurückzuführen, speziell auf mit Schadstoffen belastete Innenausstattung. 60 Prozent der Krankheiten träten in Folge von Luftverschmutzung in Innenräumen auf. Die Leukämie würde von Formaldehyd, das von Hausgegenständen und Bauprodukten in die Raumluft abgegeben wird, verursacht.
Zahlreiche chinesische Familien sind mehr oder weniger von Luftschadstoffen in ihren Wohnstätten bedroht. Eine Hauptursache liegt laut Experten darin, dass die vom Staat festgelegten Sicherheitsstandards für Baumaterialien im Haus noch nicht hoch genug seien. Die aktuell geltenden Staatsnormen für Innenausstattungsmaterialien lägen im Vergleich zu denen in Europa um 30 Jahre zurück.
Da kann man den Chinesen nur wünschen, dass die Häuser demnächst nicht auch noch dichter werden.
Mit der Verschärfung von Standards und Etablierung von Referenzwerten für die gesundheitliche und ökologische Qualität von Gebäuden wächst auch der Widerstand. Die Amerikaner sind uns – wie meist – ein Stückchen voraus. Als Reaktion auf den 2013 erscheinenden neuen Standard von LEED (genannt “LEED v4″), indem Punkte nicht mehr nur für die Vermeidung “schlechter” Materialien vergeben werden sollen, sondern nur für die Verwendung “guter” Materialien, hat sich am 18. Juli eine Industriekoalition gebildet, die American High-Performance Buildings Coalition (AHPBC). Hier haben sich American Chemistry Council, Vinyl Institute, Society of the Plastics Industry, Polyisocyanurate Insulation Manufacturers Association, Flexible Vinyl Alliance und über 20 andere Industrieverbände zusammengetan, um sich gegen “willkürliche Einschränkungen von Chemikalien” zu wehren. Die AHPBC wirft LEED vor, es sei ein Werkzeug geworden, “um Chemieunternehmen zu bestrafen” und will Gebäude lieber mit dem kanadischen Green Globes Standard zertifiziert sehen.
Das für LEED verantwortliche US Green Building Council bleibt indessen ruhig und begrüßt die Nachricht von der Gründung und fügt an, “we will trust but verify” (Vertrauen ist gut, Kontrolle besser). Insgesamt wird die Auseinandersetzung zwischen Industrie und in den nächsten Monaten deutlich schärfer werden und auch in Europa geführt werden, wo in Brüssel im Zuge der Spezifizierung des neuen Europäischen Bauprodukterechts sicherlich wahre Schlachten hinter den Kulissen geschlagen werden. Schließlich geht es hier um enorme wirtschaftliche Interessen.
Das Technical Board der CEN (Europäisches Komitee für Normung) arbeitet derzeit an Prüfszenarien für die Freisetzung gefährlicher Stoffe in die Innenraumluft. Für “Bauprodukte: Bewertung der Freisetzung gefährlicher Substanzen” wurden drei Entwürfe für harmonisierte Prüfnormen ausgearbeitet, die zur Umsetzung der Wesentlichen Anforderung Nr. 3 “Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz” der europäischen Bauproduktenrichtlinie notwendig sind. Am 6. September 2012 wurde nun die neue sog. „horizontale“ Testmethode für VOC-Emissionen von Bauprodukten verabschiedet. Diese wird somit für die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten relevant werden. Grenzwerte für die Emissionen von Bauprodukten wurden in diesem Dokument aber nicht definiert, diese sollen durch einzelne Mitgliedsstaaten vorgegeben werden.
Die neue Prüfnorm beschreibt VOC-Messungen nach 3 und 28 Tagen, also ähnlich dem deutschen AgBB-Schema oder der ISO 16000-9.
Das heißt für Produkt-Hersteller, die Ihre Produkte z.B. nach AgBB geprüft haben, dass es auch nach Einführung der neuen Norm keine maßgeblichen Änderungen in der Aussagekraft ihrer Ergebnisse geben wird.
Veröffentlicht wird die Norm als Technische Spezifikation (TS) voraussichtlich bis Mitte 2013. Dann werden auch die Arbeiten in vielen technischen Gremien der harmonisierten Produktnormen beginnen, um die Prüfmethode in die jeweilige Produktnorm einzufügen und ggf. produktspezifische Konkretisierungen vorzunehmen.
Das CE-Zeichen ist die Voraussetzung für den Zugang zum EU-Markt. Historisch wurden mechanische Stabilität und Brandsicherheit abgedeckt. Künftig wird das CE-Zeichen um mehrere VOC-Klassen ergänzt werden. Hier wird es voraussichtlich um Mindestanforderungen gehen, deren Befolgung durch die Hersteller unserer Meinung nach nicht die Garantie für einen wohngesunden Lebensraum gibt. Vielmehr wird sich zeigen, dass die Hersteller, die ihre Hausaufgaben gemacht haben (siehe http://www.sentinel-haus.eu/hersteller/shi-partner/), sich noch besser durch freiwillige Gütezeichen ‘on top’ vom Wettbewerb absetzen können.
Letzten Dienstag fand bei Baufritz, folgend auf die Fachplanerschulung, unsere Handwerkerschulung statt. Dies war meine erste besuchte Fachhandwerkerschulung und ich muss sagen, sie war sogar für mich äußerst informativ! Ein großes Dankeschön geht in jedem Falle an die Referenten Herrn Tappeser und Herrn Paul, welche jede gestellte Frage beispielhaft beantworteten. Die Teilnehmer haben vieles dazugelernt, gerade in Bezug zur Nachlässigkeit auf die eigene Gesundheit. Klar ist man erst einmal etwas skeptisch was die Regeln des Sentinel Haus Instituts auf Baustellen betrifft, aber dann doch optimistisch was die Umsetzung anbelangt! SHI ist halt immer noch etwas neues, doch es wurde festgestellt, dass die gute Kommunikation zwischen den Gewerken und das daraus resultierende effektive Arbeiten nicht nur für die Baustelle von Baufritz Vorteile bietet. Es erschließt den Gewerken nicht nur neue Vertriebsansätze für das eigene Unternehmen, sondern auch die Möglichkeit, Mängel zu vermeiden und so dem Risiko von Bauschäden vorzubeugen. Und um bei den Worten eines Teilnehmers zu bleiben möchte ich abschließend zitieren: „Ich bin froh, dass das SHI – Konzept kein ökologischer Furz ist!“ und ich freue mich auf weitere derart aufgeschlossene Handwerkerschulungen!

Am 12. September besuchten wir das sich im Rohbau befindliche, neue Bürogebäude „Grüne Räume“ des deutschen Fertighausherstellers Baufritz in Uetendorf/Thun . Es wurden die wohngesundheitlichen Aspekte in Augenschein genommen und Maßnahmen für den weiteren Bauablauf besprochen. Es wird das erste wohngesunde Büro in der Schweiz nach dem Sentinel Haus Konzept werden. Hier sieht man Livebilder der Montage (aktualisiert sich alle 10 Minuten).


Nur etwas mehr als einen Monat ist es her, dass das Haus der Impulsschreinerei Ruchti aus Thun als erstes Sentinel Haus in der Schweiz Richtfest feierte. Jetzt ist der Innenausbau im vollen Gange. Das Sentinel Haus Team zeigte sich sehr zufrieden mit dem Stand der wohngesunden Bauarbeiten.