Der Blog zum wohngesunden Bauen

10. April 2013

Macht Holz gesund?

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Kindergärten & Schulen,Wissenschaft — Schlagwörter: , , — Matthias Lange @ 08:56
ipoint_bigconair

Foto: Ulla Fuerlinger

Diese Frage stellt sich vielen Akteuren der Holzbaubranche, insbesondere nachdem es in den letzten Jahren sogar deutliche Hinweise darauf gab, dass bestimmte Holzwerkstoffe krank machen können. Die Universität Innsbruck hat ein neues Forschungsprojekt auf den Weg gebracht, bei dem die Raumluftqualität in zwei Holzcontainern über zwei Jahre getestet und mit der in zwei Stahlcontainerbauten verglichen wird. Das Forschungsprojekt namens BIGCONAIR verfolgt ehrgeizige Ziele:  „Wenn es uns mit unserem nachwachsenden heimischen Rohstoff Holz gelingt, einen Beitrag für die Errichtung gesunder Infrastruktur zu leisten, so haben wir ein wesentliches gesellschaftspolitisches Ziel erreicht“, so der stellvertretende Tiroler Landeshauptmann Anton Steixner.

Details zu dem sehr spannenden Projekt unter der Leitung von Univ.-Prof.  Michael Flach finden Sie hier.

13. März 2013

Mit Nanosilber zu bakterienfreien Kunststoffoberflächen?

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Sentinel-Haus Stiftung,Wissenschaft — Schlagwörter: — Josef Spritzendorfer @ 14:39

Trotz wiederholter Warnungen von Umweltbundesamt, BUND ,Umweltärzten und anderen Institutionen wird nach wie vor – bei   nicht ausreichender Risikoforschung/Abschätzung nach Mittel und Wegen gesucht, die Nanotechnologie verstärkt auch in das häusliche Umfeld einzubringen.

Die neueste  Version (Presseaussendung vom 13.3.2013) ist die verstärkte Einbringung von Nanosilber auf Lichtschaltern, Türgriffen und anderen Gebrauchsgegenständen, um damit antibakterielle Effekte zu erzielen - offensichtlich ohne dabei die gesundheitlichen Risiken ausreichend  zu berücksichtigen.

Heribert Wefers, BUND-Experte für Chemie und Nanotechnologie: “Die hohe biologische Mobilität von Nanopartikeln und die damit verbundenen Gefahren für Mensch und Umwelt sind nur unzureichend erforscht. Die Bundesregierung muss deshalb handeln. Es muss aufhören, dass die Hersteller mit unhaltbaren Versprechungen über die angeblich so tollen Eigenschaften von Nanomaterialien immer mehr riskante Produkte auf den Markt bringen.”

Wilfried Kühling, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des BUND: “Solange die Risiken für Umwelt und Gesundheit ungeklärt sind, muss die Bundesregierung ein Vermarktungsverbot für Alltagsprodukte mit Nanosilber verhängen. Außerdem müssen alle Produkte, die Nanomaterialien enthalten, deutlich gekennzeichnet werden. Die Käufer von Nano-Produkten im Unklaren zu lassen verstößt gegen elementare Regeln des Verbraucherschutzes und gefährdet die Umwelt.”

ZItat aus der Presseaussendung Fraunhofer UMSICHT:

“In Oberflächen wie Türgriffen können auf diese Weise nach dem Herstellungsprozess nanoskalige Silberpartikel oberflächennah und materialeffizient eingebracht werden, wodurch die Vermehrung von Bakterien gestoppt wird.”

24. Januar 2013

Gesundheitsrisiko “Radon” wird noch immer unterschätzt

Filed under: Allgemein,Bestand & SanReMo,Gesundheit,Neubau,Wissenschaft — Schlagwörter: , , , — Josef Spritzendorfer @ 13:56
Radonkarte Deutschland

Radonkarte Deutschland
nach: Radonhandbuch Deutschland

Experten aus Deutschland und Österreich informierten am 22.1.2013 rund um den Themenkomplex „Radon in Gebäuden“ beim ersten Bayerischen Radon-Netzwerk-Treffen im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg.Über 70 Architekten, Baufachleute, Energieberater, Behörden- und Verbandsvertreter erörterten mit internationalen Experten Fragestellungen zur Radonsanierung, Radonvorsorge, Aussagekraft von Radonkarten sowie zu Radonmessmethoden. Im Rahmen des Treffens wurde auch die neue Ausbildungsinitiative des LfU zur Radon-Fachperson vorgestellt. „Mit den Radon-Fachpersonen sollen zukünftig bayernweit kompetente Ansprechpartner zu Radonsanierung in bestehenden Gebäuden und zum radonsicheren Neubau von Gebäuden zur Verfügung stehen“, betonte Dr. Christiane Reifenhäuser, Leiterin der Abteilung Strahlenschutz im LfU anlässlich der Tagung in Augsburg.

Vor allem bei der Planung/ Errichtung von Neubauten sollte das Problem Radon  (zweitgrößter Verursacher von Lungenkrebs!)  berücksichtigt werden – sowohl durch eine entsprechende Grundstückuntersuchung als vor allem auch durch eine absolut qualitativ hochwertige “dichte” Ausführung der Bodenplatte.

Vorgestellt wurden aber auch Saniermethoden bei bestehenden, radonbelasteten Gebäuden, Maßnahmen, die in Nachbarländern (z.B. Oberösterreich) sogar öffentlich gefördert werden.

Weitere Infos bei der Sentinel Haus Stiftung e.V.

Weitere Infos beim Kompetenzzentrum für Forschung und Entwicklung zum radonsicheren Bauen und Sanieren e.V.(KORA)

 

23. Dezember 2012

2. Auflage “Mit Sicherheit gesund bauen” ist erschienen!

Es freut mich sehr, dass nun rechtzeitig zur Bau 2013 das neue Buch erschienen ist. Neue Texte, mehr Wissen, neue Grafiken, neue Autoren haben uns unterstützt das neue Werk zu erstellen!

Mehr dazu!

Mit Sicherheit gesund bauen

1. Oktober 2012

Neuigkeiten aus der europäischen Normung

Filed under: Allgemein,International,Wissenschaft — Schlagwörter: , — Matthias Lange @ 09:46

Das Technical Board der CEN (Europäisches Komitee für Normung) arbeitet derzeit an Prüfszenarien für die Freisetzung gefährlicher Stoffe in die Innenraumluft. Für “Bauprodukte: Bewertung der Freisetzung gefährlicher Substanzen” wurden drei Entwürfe für harmonisierte Prüfnormen ausgearbeitet, die zur Umsetzung der Wesentlichen Anforderung Nr. 3 “Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz” der europäischen Bauproduktenrichtlinie notwendig sind. Am 6. September 2012 wurde nun die neue sog. „horizontale“ Testmethode für VOC-Emissionen von Bauprodukten verabschiedet. Diese wird somit für die CE-Kennzeichnung von Bauprodukten relevant werden. Grenzwerte für die Emissionen von Bauprodukten wurden in diesem Dokument aber nicht definiert, diese sollen durch einzelne Mitgliedsstaaten vorgegeben werden.

Die neue Prüfnorm beschreibt VOC-Messungen nach 3 und 28 Tagen, also ähnlich dem deutschen AgBB-Schema oder der ISO 16000-9.
Das heißt für Produkt-Hersteller, die Ihre Produkte z.B. nach AgBB geprüft haben, dass es auch nach Einführung der neuen Norm keine maßgeblichen Änderungen in der Aussagekraft ihrer Ergebnisse geben wird.
Veröffentlicht wird die Norm als Technische Spezifikation (TS) voraussichtlich bis Mitte 2013. Dann werden auch die Arbeiten in vielen technischen Gremien der harmonisierten Produktnormen beginnen, um die Prüfmethode in die jeweilige Produktnorm einzufügen und ggf. produktspezifische Konkretisierungen vorzunehmen.

Das CE-Zeichen ist die Voraussetzung für den Zugang zum EU-Markt. Historisch wurden mechanische Stabilität und Brandsicherheit abgedeckt.  Künftig wird das CE-Zeichen  um mehrere VOC-Klassen ergänzt werden. Hier wird es voraussichtlich um Mindestanforderungen gehen, deren Befolgung durch die Hersteller unserer Meinung nach nicht die Garantie für einen wohngesunden Lebensraum gibt. Vielmehr wird sich zeigen, dass die Hersteller, die ihre Hausaufgaben gemacht haben (siehe http://www.sentinel-haus.eu/hersteller/shi-partner/), sich noch besser durch freiwillige Gütezeichen ‘on top’ vom Wettbewerb absetzen können.

28. Juni 2012

Zentrum für Seltene Erkrankungen in Ulm eröffnet

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Presse,Sentinel-Haus Stiftung,Wissenschaft — Schlagwörter: — Josef Spritzendorfer @ 15:05

Eröffnungsfeier des Zentrums für Seltene Erkrankungen Ulm mit Eva Luise Köhler, Schirmherrin von ACHSE e.V. (Foto: Universitätsklinikum Ulm)

Am Donnerstag, den 21.Juni wurde in Ulm das Zentrum für seltene Erkrankungen der Universitätsmedizin eröffnet.

Der überregionale Anlaufpunkt mit interdisziplinären Sprechstunden verbindet Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge mit Fortbildung für Ärzte.

Er ist Teil des vor zweieinhalb Jahren gegründeten “Netzwerks Seltene Erkrankungen Baden-Württemberg”.

Im Anschluß an  die  Eröffnungsrede  der Bundesministerin für Forschung und Bildung Prof. Dr. Annette Schavan berichtete die Schirmherrin des Selbsthilfenetzwerkes Achse e.V.   Eva Luise Köhler Ihre Erfahrungen  mit der Alltags-Situation von Menschen mit “Seltenen Erkrankungen”

Von einer seltenen Krankheit spricht man, wenn weniger als fünf von 10.000 Personen von der Erkrankung betroffen sind. 5.000 bis 8.000 Krankheiten werden aktuell zu den seltenen Krankheiten gezählt.

„Etwa vier Millionen Bürger sind bundesweit von einer seltenen Erkrankung betroffen. In vielen Fällen ist der Krankheitsverlauf chronisch, die Diagnosedauer von etwa 15 Jahren zu lang und eine spezifische Therapie nicht bekannt. (weiterlesen …)

16. Mai 2012

Langzeitforschungsprojekt zur Sicherheit von Nanomaterialien gestartet

Filed under: Allgemein,Gesundheit,Sentinel-Haus Stiftung,Wissen & Literatur,Wissenschaft — Josef Spritzendorfer @ 14:18

Eine jahrelange Forderung von Umweltverbänden, Umweltmedizin und Baubiologie nach mehr Sicherheitsforschung im Bereich der Nanotechnik soll mit einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesumweltministeriums,
der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und BASF in einem umfassenden Forschungsprojekt umgesetzt werden.

Ziel der Studie ist es, fundierte Aussagen über die Langzeitwirkung verschiedener wichtiger Nanomaterialien treffen zu können. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Untersuchung von Wirkungen im Bereich niedriger Belastungen, die für den Arbeitsplatz und die Umwelt eine große Bedeutung haben.“

Diskussionsbeiträge zum Thema Nanotechnik

15. Mai 2012

WaBoLu – Tage im Umweltbundesamt

Filed under: Allgemein,Wissen & Literatur,Wissenschaft — Schlagwörter: , , , — Peter Bachmann @ 08:19

Dies sind nun meine 6. WaBoLu -Tage im Umweltbundesamt in Berlin. Wie gewohnt gibt es wieder viele neue Informationen zur Innenraumhygiene. Schwerpunkte bilden:

Nanopartikel

Radon

Bauschäden mit anschließenden Beschwerden und zu hohen Lösemittelkonzentrationen

Da ich mich zum Twittern entschieden habe, kann man die Zusammenfassungen unter meinem Konto@peterbachmann in Twitter nachlesen. Es freut mich, dass meine Kollegen aus der Technik (Dipl. Ing. Jürgen Paul und Dipl. Geog. Anne Böhringer) mich begleiten. Es ist immer wieder schön viele Experten zu treffen und offene Fragen klären zu können.

6. Dezember 2011

Wohngesundes Netzwerken beim Allgäuer Baufachkongress 2012

„Netzwerke knüpfen“ heißt das Motto des Allgäuer Baufachkongresses, den die Firma Baumit, Partner des Sentinel-Haus Instituts, vom 18. – 20. Januar in Oberstdorf veranstaltet. Eines der Hauptthemen ist die Wohngesundheit und ihre Umsetzung in Praxis, Recht und Marketing.

Wenn die Rede ist von Wohngesundheit und erfolgreichen Netzwerken, dürfen Beiträge des Sentinel-Haus Institutes auf der renommierten, alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung natürlich nicht fehlen. Am Donnerstag, den 19.1.2012 um 9.15 Uhr spricht Peter Bachmann über die Marktchancen des gesunden Wohnens. Dabei kommen inhaltliche Aspekte (Ist ökologisch gleich gesund?) genauso zur Sprache wie die Chancen und die Herausforderungen des Megatrends Gesundheit für die Akteure der Baubranche.

Dass der rechtliche Grat immer schmaler wird, auf dem sich Bauunternehmen, Planer aber auch Bauprodukthersteller in Sachen Wohngesundheit bewegen, zeigt ebenfalls am Donnerstag um 13.30 Uhr Rechtsanwalt Justus Kampp. Der Fachmann für die juristische Seite der Innenraumhygiene und die daraus entstehenden Haftungsrisiken erläutert nicht nur die Klippen des europäischen und nationalen Rechtsrahmens, sondern zeigt auch, wie diese durch entsprechende Vertragsgestaltung und Ausschreibungsformulierungen umschifft werden können.

Auf der begleitenden Fachausstellung ist das Sentinel-Haus Institut an allen Kongresstagen mit einem Informationsstand vertreten. Hier werden alle Fragen rund um das Sentinel-Haus Konzept der garantierten Wohngesundheit beantwortet und die Seminarangebote und  Vorteile des Sentinel-Haus Netzwerks aus Bauunternehmen, Baustoffherstellern und –handel, Wissenschaftlern, Juristen, Medizinern und Baupraktikern erläutert. Nicht zuletzt wird hier das druckfrische Buch „Mit Sicherheit gesund bauen – Fakten, Argumente und Strategien für das gesunde Bauen und Wohnen“ vorgestellt, an dem viele Experten des Sentinel-Haus Netzwerks mitgearbeitet haben. Es stellt umfassend den aktuellen Wissensstand in Theorie und Praxis zum wohngesunden Bauen dar und ist im Verlag Vieweg + Teubner erschienen. Weitere Informationen zum Allgäuer Baufachkongress mit Vortragsprogramm und Anmeldemöglichkeit unter www.baufachkongress.de.

Informationen zur Arbeit des Sentinel-Haus Instituts unter www.sentinel-haus.eu.

 

29. November 2011

Diskussion um Risiken der Nanotechnologie erhält neue Bestätigung

Filed under: Gesundheit,Wissenschaft — Schlagwörter: — Josef Spritzendorfer @ 09:51

Dortmund 28.11.2011

“Bei der Suche nach Antworten, um Mechanismen schädlicher Wirkungen von Nanomaterialien besser zu verstehen, ist der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ein weiterer Schritt gelungen. Mit einer speziellen Methode wurde die Wirkung von Stäuben in Nanogröße auf die Erbinformation von Lungenzellen untersucht. Bei allen untersuchten Stoffen konnten Veränderungen der Erbinformation in unterschiedlichem Ausmaß nachgewiesen werden. Der englischsprachige Bericht „Genotoxic mode of action of fine and ultrafine dusts in lungs“ (Gentoxischer Wirkmechanismus von Fein- und Ultrafeinstäuben in der Lunge) enthält alle Ergebnisse der Studie, die vom Fraunhofer Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin durchgeführt wurde.”

Bericht
Bereits am 1.9.2011 veröffentlichte der Sachverständigenrat für Umweltfragen einen Bericht: “Bessere Vorsorge beim Umgang mit Nanomaterialien

Dabei fordert dieses hochrangig besetzte wissenschaftliche Gremium besonders im Bereich der Nanotechnologie die verstärkte Anwendung des Vorsorgeprinzips und verweist vor allem auf Risiken beim Einsatz von Nanosilber  (siehe auch: link) in Gütern des täglichen Bedarfs.”„Das Vorsorgeprinzip muss konsequent auf Nanomaterialien angewendet werden – das ist verfassungsrechtlich geboten und politisch im Hinblick auf das Vertrauen in eine neue Technologie sinnvoll“”, betont Prof. Dr. Christian Calliess, der Rechtsexperte des SRU.

Link zur Pressemitteilung des Sachverständigenrates

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