2. Auflage “Mit Sicherheit gesund bauen” ist erschienen!
Es freut mich sehr, dass nun rechtzeitig zur Bau 2013 das neue Buch erschienen ist. Neue Texte, mehr Wissen, neue Grafiken, neue Autoren haben uns unterstützt das neue Werk zu erstellen!

Es freut mich sehr, dass nun rechtzeitig zur Bau 2013 das neue Buch erschienen ist. Neue Texte, mehr Wissen, neue Grafiken, neue Autoren haben uns unterstützt das neue Werk zu erstellen!

Die Justiz in Thüringen hat es nicht leicht. Zumindest die Mitarbeiter in den neu erstellten Gebäuden. Schon 2002 musste im neu erbauten Justizzentrum in Meinungen der Teppichboden getauscht werden. Jetzt ist im 2010 eingeweihten Justizzentrum Gera die nächste Eskalationsstufe eingetreten. Schon kurz nach Einzug klagten die Mitarbeiter über Kopfschmerzen, Reizhusten und verschleppte Erkältungen. Das Gericht veranlasste eine Überprüfung durch die Unfallkasse Thüringen. Einige Räume wurden verschlossen, um die Luft über Wochen zu stauen. Anschließend erfolgte eine Messung, die zum Teil bedenkliche Werte hervorbrachte: Stufe 4 und 5 einer Skala (Empfehlung des UBA), die bis Stufe 5 (hygienisch inakzeptabel) reicht. Als Ursache wurden Ausdünstungen der Innenausstattung vermutet.
Als Konsequenz wurde zwar ein Lüftungskonzept erstellt, aber Anfang 2012 erkrankte ein Staatsanwalt schwer. Im Blut des Mannes fanden sich Giftstoffe. Nun wurden zwei unabhängige Institute beauftragt, die nach der Ursache für die Geruchsbelästigung suchen sollen. Einstweilen sollen zumindest schwangere Mitarbeiterinnen in Büros des Altbaus umziehen. Die anderen unter den Emissionen leidenden Beschäftigten müssen nun abwarten, was die Untersuchungen ergeben und hoffen, dass dann auch Abhilfe geschaffen werden kann.
Mehr unter http://bit.ly/JtFa2y.
… könnte man hören, wenn zwei verschiedene Personen versuchen einen identischen Geruch zu beurteilen.
Da sich der “Nasenfaktor” bislang schwer in eine Norm fassen hat lassen, war es auch dementsprechend komplex Gerüche zu beurteilen und für Mängelanzeigen oder gar weitere Konsequenzen richtig “greifbar” zu machen.
Das Umweltbundesamt hat nun neben dem Forschungsbericht ( wir haben im SHI-Blog im Juni berichtet ) nun eine Webseite mit umfangreichen Informationen online gestellt – diese finden sie hier.
Spannend sind die dort veröffentlichten Vortragsfolien u.a. zu folgenden Themen :
Ihnen stinkt ein Baustoff ? Abhilfe soll hierbei die sogenannte “Sensorische Bewertung der Emissionen aus Bauprodukten” schaffen.
Dabei beurteilen “Profischnüffler” nach einem festen Schema sowohl die Hedonik ( ist ein Geruch angenehm oder unangenehm ) als auch die Intensität ( kaum wahrnehmbar bis stechend ) eines Baustoffs.
Das Umweltbundesamt hat auf seiner Webseite einen ausführlichen Forschungsbericht ( hier als PDF herunterladen ) heute veröffentlicht.
Nachfolgend einige Zitate aus der Einleitung des Forschungsberichtes :
Emissionen aus Bauprodukten beeinträchtigen die Qualität der Innenraumluft erheblich. Mit Hilfe des AgBB-Schemas werden die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) aus Bauprodukten bewertet. Die gesundheitliche Bewertung nach dem AgBB-Schema erfordert produktspezifische Messverfahren. [...]
Da VOC-Emissionen häufig mit Gerüchen einhergehen, die auch zu gesundheitlichen Belastungen führen können, ist die sensorische Prüfung ein wichtiges Element bei der Bewertung von Bauprodukten und auch im AgBB-Schema verankert. Bislang kann dieser Aspekt noch nicht in die tatsächliche Bewertung eingebracht werden, da noch kein abgestimmtes und allgemein anerkanntes Verfahren zur Verfügung steht [...]
Jeder weiß, dass üble Gerüche unangenehm sind.
Manch einer weiß, dass üble Gerüche sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können – wie bspw. das OLG Bamberg urteilte ( Ein Käufer hat Anrecht auf geruchsneutrale Ware. )
Und Geruch kostet auch Geld und Kunden – was wiederum Geld kostet.
TNS Emnid hat im Auftrag von P&G hierzu für die Hotel- und Gastronomiebranche eine Befragung im Februar 2010 durchgeführt.
Die Quintessenz hieraus :
Gute Raumluftqualität lohnt sich. Wegen der Gesundheit. Und wegen der Kunden. Und somit wiederum auch wegen des Geldes.
Wir kommen jedoch zu einem anderen Schluss als der Auftraggeber der Studie.
Eine schlechte Raumluft sollte nicht mit “Ozeanbrise” oder “Wüstenwind” weg-gesprayt sondern vermieden werden. Dafür liefern wir gerne problemlösende Ansätze statt Symptom-Sprays.
Die vollständige Studie können Sie HIER herunterladen.
Die AGÖF hat einen Leitfaden zur geruchlichen Bewertung herausgegeben. Dieser kann auf der AGÖF-Internetseite heruntergeladen werden: Leitfaden
Gerüche im Innenraum und von Baustoffen werden künftig eine sehr wichtige Rolle spielen, da dies ein direkter Eindruck ist, welchen der Bewohner und Nutzer haben nachdem gebaut und renoviert wurde. Spannend in diesem Zusammenhang auch das Gerichtsurteil des OLG Bamberg, welches auf der Internetseite des Sentinel-Haus Instituts zu finden ist: Urteil