Der Blog zum wohngesunden Bauen

7. Oktober 2011

Holz macht nicht krank – aber Emissionen.

Filed under: Allgemein, Gesundheit, Premiumpartner, SHI & Netzwerk, Wissenschaft — Schlagwörter: , , — Matthias Lange @ 09:55

Gestern abend fand auf Initiative der Zimmerei Grünspecht in der Ökostation in Freiburg ein Streitgespräch statt mit dem Thema Macht Holz krank? Führt die Verwendung von OSB-Platten in luftdichten Gebäuden zu gesundheitlichen Problemen? Die Antipoden waren Peter Bachmann  und Prof. Dr. Mersch-Sundermann vom Institut für Umweltmedizin in Freiburg. Das gut gefüllte Auditorium bestand in der Mehrzahl aus Kollegen der Holzbranche. In Kurzvorträgen und Beantwortung der Fragen aus dem Publikum wurde das Thema Emissionen aus OSB-Platten und die Situation des Verarbeiters beleuchtet. Prof. Mersch-Sundermann konnte sehr überzeugend darlegen, dass die von ihm untersuchten Emissionen aus OSB-Platten, namentlich Hexanal, Pentanal und das α-pinen nicht zu gesundheitlichen Problemen führen, Peter Bachmann erläuterte, wie die zunehmende Luftdichtigkeit und der Bedarf an Zertifikaten für Produkte und Gebäude für den Ersteller von Gebäuden zu großen rechtlichen Problemen führen, wenn er OSB-Platten einbaut, ohne sich bei dem Auftraggeber eine mögliche Überschreitung der Richtwerte des Umweltbundesamtes freizeichnen zu lassen.

In der folgenden Diskussion war man sich im Auditorium einig, dass man die OSB-Platte einbauen könne, ohne zu befürchten, dass die Kunden gesundheitliche Schäden erleiden. Prof. Mersch-Sundermann erntete auch allgemeine Zustimmung, als er das TVOC-Konzept für überholt erklärte und davon ausging, dass die Einzelstoffbetrachtung dieses ablösen werde.

Interessant war für mich, dass hier wiederum nur der Abwehrreflex zu spüren war, der offensichtlich eine Branche eint, die durch die Emissionsdiskussion in die Defensive geraten ist. Es spielt nämlich gar keine Rolle, ob Holz gesund oder krank macht. Es spielt auch keine Rolle, ob das TVOC-Richtwertkonzept toxikologisch fragwürdig ist. Weil momentan und dies wahrscheinlich über die nächsten Jahrzehnte die Behörden dieses Konzept europaweit propagieren und der Verarbeiter und die Hersteller nicht aus der Falle kommen, indem sie sich versichern lassen, dass Holz nicht krank macht. Holz macht Emissionen, daraus können bei Messung Richtwertüberschreitungen entstehen, die wiederum dazu führen, dass Gebäude nicht abgenommen werden und damit wirtschaftlicher Schaden für Verarbeiter und Hersteller entsteht. Diesem Problem muss man sich stellen und Lösungen entwickeln, dass die Holz-Emissionen die Richtwerte nicht überschreiten – wofür Hermann Hallenberger von Grünspecht in der Diskussion ein schönes Beispiel lieferte.

Die im Forschungsprojekt Vogelnest 2006 entwickelte erfolgreiche Lösung (unter Verwendung der OSB-Platte) führte übrigens zur Gründung des Sentinel-Haus Instituts…

10 Comments

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    wie ist es möglich, dass Sie tolle Ausführungen über OSB und TVOC- Emissionen, Richtwerte und Gesundheit diskutieren, gleichzeitig aber kein Wort über MVOC (von Mikroorganismen prodozierte flüchtige organische Substanzen) aus OSP- Platten verlieren oder diskutieren.
    Es geht dabei nicht um mikrobielle Belastungen durch feuchteschäden im Lager, beim Transport oder auf der Baustelle, sondern um Altbelastungen durch massiv schimmelbelastete Späne, die fast immer in den Platten verarbeitet werden.
    Wollen es die Verantwortlichen immer noch nicht sehen, dass auch versteckte und trockene Altbelastungen in die Raumluft ausgasen und dann zu einen Gesundheitsgefahr führen können. Wer die MVOC ignoriert, kann und darf nicht über eine gesundheitliche Unbedenklichkeit reden! Vor über zwei Jahren haben ich vielen Institutionen aus Ihrer Branche einschließlich Sentinel und Ökotest ausführliche Informationen und Messwerte zugeschickt. Keine Reaktion ……….
    Weitere Informationen auch über die Gefährlichkeit anderer Baumaterialiuen aus nachwachsenden Rohstoffen können Sie beim Unterzeichner erhalten:
    Klaus- Peter Böge
    Schimmel- und Wohngiftambulanz
    Schimmel- Spürhund- Service Deutschland
    Am Pohl 56, 23566 Lübeck

    Comment by KLaus- Peter Böge — 17. Oktober 2011 @ 14:30

  2. Leider liegen uns von OSB Plattenherstellern bekanntlich weder ausreichende Prüfzeugnisse nach unseren Anforderungen (http://www.sentinel-haus-stiftung.eu/fileadmin/sentinel-haus-stiftung/PDF_Dateien/SHS_Produktdatenblatt.doc) bezüglich tatsächlicher VOC Emissionen vor- noch aber auch Prüfberichte, die nachvollziehbar bereits MVOC Belastungen bei “Neuware” ausschließen oder nachweisen.
    Auch derartige Prüfungen verlangen wir – wie aus dem LInk ersichtlich – natürlich, um eine Empfehlung aussprechen zu können.

    Was uns aber derzeit vorliegt sind definitive OSB- Messberichte aus Bauprojekten mit aus unserer Sicht überhöhten VOC Werten (auch bei bereits länger eingebauten Platten, auch gemessen mittels Materialproben in der Prüfkammer) – damit ergibt sich auch unsere aktuelle offensive Ablehnung von OSB Platten vor allem in Innenräumen.

    Wir wären aber natürlich auch an Nachweisen interessiert, daß es bereits bei OSB – Neuware zu solchen MVOC Belastungen kommt- leider haben wir bis heute dazu aber keine derartigen wirklich auch diskussionsfesten Messberichte anerkannter Prüfinstitute erhalten.

    Comment by Josef Spritzendorfer — 17. Oktober 2011 @ 17:04

  3. Moin!
    Woran liegt das nur, daß wir im Norden anscheinend einen klareren Kopf bewahren?! An dem frischen Wind? Dem weiten, hohen Sternenhimmel? Ich kann jedenfalls Klaus-Peter Böge nur zustimmen und ergänzend darauf hinweisen, daß einzelne OSB-Platten inzwischen bis zu 6 % Kunstharz-Bindemittel enthalten! Und zwar sowohl Harnstoff-Harze ( Formaldehyd ), PU-Harze ( Isocyanate ) u. noch ein drittes! Nur zur Erinnerung: die viel ( zu recht ) kritisierten, krankmachenden ‘normalen’ Spanplatten enthielten max. 4 % Bindemittel! Und der hohe Kunststoffanteil verursacht nicht nur in Sachen Feuchteverhalten Probleme, sondern führt im Brandfall auch noch zu giftigen Gasen ( Produktreste im eigenen Ofen verheizen geht gar nicht! Im Unterschied zu unbehandelten Holz ).
    Dabei ist noch gar nicht die Wirkung der verschiedenen Substanzen auf der feinstofflichen bzw. Schwingungsebene berücksichtigt, die m. E. in Bezug auf Wohlbefinden und langfristige Belastung nicht zu unterschätzen sind ( s. Wirkungsweise der Homöopathie ).
    Und den ganzen Kritikern natürlicher Emissionen aus Holz u. anderen Naturstoffen sei dringend z. B. von Waldspaziergängen abgeraten – sie könnten sich da vergiften…
    Carsten Stoldt
    Umweltberater, selbstdg.

    Comment by Carsten Stoldt — 17. Oktober 2011 @ 17:16

  4. Hallo liebe Freunde vom Sentinel Haus –Institut,

    es gab Gründe für eine streitige Behandlung der Frage „Machen OSB – Platten krank?“ Unsere Gründe lagen darin, dass von Euch und wenigen anderen genau dies an vielen Orten und in vielen Publikationen behauptet wurde, beziehungsweise diese Annahme auf blumige Weise als eine so gut wie gesicherte Wahrheit nahe gelegt und immer wieder gestreut wurde.
    Bewiesen habt Ihr das nie, obwohl ihr die Messbarkeit von Gesundheit immer wieder als werbliches Banner vor Euch her getragen habt.

    Als ein Beispiel zitiere ich aus einem Flyer vom Februar 2010, der von Euch auch auf der Veranstaltung am 6. Oktober 2011 ausgelegt wurde: Unter der Überschrift, „VOC – was hat das mit Holz zu tun?“ heißt es im Folgenden unter anderem:“Der typische Holzgeruch ist auf VOC zurückzuführen, hier riecht man die sogenannten Terpene. Diese natürlichen Geruchsstoffe werden im allgemeinen als angenehm empfunden, können jedoch bei manchen Menschen beispielsweise Allergien auslösen -…..aus Sicht des SHI ist zu sagen, dass in den veröffentlichten Teilen der Studie nur das Terpen α-Pinen betrachtet und gesundheitlich bewertet wurde …..α-Pinen ist jedoch nicht das einzige VOC, das aus Holzwerkstoffen emittieren kann. Durch thermische Behandlung und Zufügen von Bindemitteln können sich die natürlichen Inhaltsstoffe im Produktionsprozess verändern. So entstehen beispielsweise höhere Aldehyde(z.B. Hexanal), die sowohl ein Geruchsproblem als auch ggf. ein gesundheitliches Problem darstellen können. Die Aussage, dass Holzwerkstoffplatten gesundheitlich unbedenklich sind, ist somit schlichtweg falsch und aus der Studie nicht zu entnehmen,…“

    Hier wird die vorhandene Studie von Prof. Dr. Mersch-Sundermann vom Institut für Umweltmedizin am Universitätsklinikum Freiburg und Prof. Dr. Rainer Marutzky vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung in Braunschweig klein geredet und als unvollständig vorliegend behauptet. Aber „Neueste Erkenntnisse“ erhofft man sich bei SHI aus mehreren noch gar nicht geschriebenen Diplomarbeiten bei Prof. Flach von der Uni Innsbruck. Denn schließlich haben sich „Mitarbeiter“ in einer dreitägigen Schulung bei Sentinel-Haus „schulen“ lassen. (!!??)
    Vorliegende wissenschaftliche Ergebnisse werden ignoriert oder weg geschoben, aber aus noch gar nicht vorliegenden Arbeiten wird bereits Honig gesaugt. Ist das die „wissenschaftliche Methode am Sentinel Haus –Institut“? Gutenberg lässt grüßen! Soweit zu den Monaten vor dem 6. Oktober.

    Unser Anliegen mit der Veranstaltung am 6. Oktober in der Ökostation in Freiburg war es, mit Euch nach tatsächlich feststellbaren Belegen zu suchen, ob diese auch von Euch immer wieder lancierte Behauptung stimme. Schließlich hat sie uns in unserer Verantwortung gegenüber unseren Kunden etwas verunsichert.
    Wir können nach der Veranstaltung gemeinsam festhalten, es gibt keinerlei belegbare Hinweise, dass diese Eure ehemaligen Behauptungen stimmen. Dann sind wir in dieser Frage in Zukunft einer Meinung:
    • Aus der Verwendung von OSB-Platten in der Gebäudehülle entstehen keinerlei tatsächliche gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
    • Die Inhaltsstoffe der OSB-Platten haben in der gegebenen Dosierung nicht im entferntesten irgendeine Chance einem Menschen gesundheitliche Veränderungen beizubringen.
    • Die gegebene Dosis ist um mehrere Potenzsprünge davon entfernt, geschwächte Menschen, Säuglinge, Allergiker oder alte Menschen gesundheitlich zu beeinträchtigen.
    • Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass aus Emissionen, die aus OSB-Platten kommen, in einer luftdichten Gebäudehülle irgendeine Langzeitwirkung auf die menschliche Gesundheit zu erwarten ist.
    • Es gibt bei den Holz- und OSB-Plattenspezifischen Emissionen keinerlei Zusammenhang zwischen einer Geruchswahrnehmung und einer gesundheitlichen Beeinträchtigung.

    Diese klaren Feststellungen, wurden von Prof. Dr. Mersch Sundermann überzeugend belegt
    und von Peter Bachmann von Sentinel Haus – Institut an diesem Abend nicht widersprochen. Auch Euer Bericht vom 6. Oktober bestätigt dies.

    Wir, für unseren Teil stellen ferner fest, wenn in Kreisen, die mit dem Bauen aus beruflichen Gründen befasst sind, dennoch Unsicherheiten bleiben, so sind
    • diese Unsicherheiten jetzt weniger geworden und
    • kommen diese nicht aus der dinglichen materiellen Wirklichkeit,
    • sondern aus dem Feld von rechtlichen Regeln und
    • möglicherweise aus dem Feld von wirtschaftlichen Interessen und
    • ideologischen Denkrichtungen.

    Du, lieber Matthias Lange meinst auf der Veranstaltung einen „Abwehrreflex“ gespürt zu haben, der „die ganze Branche eine“. Diese Branche sei durch „die Emissionsdiskussion in die Defensive geraten“ Aber die Erkenntnis, dass OSB – Platten keine gesundheitlichen Probleme machen, sei nichts wert, da ja schließlich die Rechtslage jene sei, dass halt Emissionen gemessen würden und diese Emissionen seien ja mit Grenzwerten belegt. Einem Juristen mag man es nachsehen, wenn er Gesetze oder Richtlinien als den Fixstern in seinem ideologischen Weltsystem erkennt – andere hinterfragen diese hin und wieder.
    Für unser eigenes Verständnis einer Verantwortung, die wir für unsere Kunden empfinden, ist es schon etwas Wert, ob diese Vorschriften nach denen wir arbeiten sollen, eine wirkliche Begründung in der Absicht finden, Menschen vor gesundheitlichem Schaden zu bewahren oder ob diese Vorschriften hohle Erfindungen von politischen Juristen, wirtschaftlichen Lobbyisten, Geschäftemachern oder Ideologen sind. Vermutlich gäbe es einen ganz unterhaltsamen Stoff ab, wenn es Herrn Prof. Dr. Mersch-Sundermann erlaubt wäre und er die Zeit dafür würde aufbringen wollen, vom Zustandekommen solcher Vorschriften in den entsprechenden Gremien einmal zu berichten. Solch eine Veranstaltung würde uns ebensolchen Spaß machen, wie jene vom 6. Oktober.

    Abschließend wünsche ich mir von Euch etwas mehr intellektuelle Redlichkeit. So richtig wichtig, ist ein Rechtsschutz gegen irgendwelche Emissionsüberschreitungen nämlich auch nicht. Freilich mag es ganz vereinzelt auch mal Häuslebauer geben, die ihre letzte Finanzierungssäule auf aus der Luft gegriffenen Mängelbehauptungen ableiten wollen. Wir hatten bislang nicht mit solchen Menschen zu tun.
    In der baulichen Wirklichkeit begegnen uns Kunden, die selbst genervt sind, von den Auswirkungen eines Vorschriftendschungels, von übertriebenem Marketinggesäusel und wirtschaftsliberaler Verantwortungslosigkeit.
    Was ist denn schon wirklich passiert, wenn nach Abschluss eines Bauvorhabens die Anzahl der TVOC` s irgendwo zwischen 3000 und 1000 µg/cbm zu liegen kommt, der Wert nach einem Jahr sich mehr als halbiert hat und eine gesundheitliche Gefahr bei 50.000 µg/cbm immer noch bei sehr sensiblen Menschen höchst unwahrscheinlich ist? Wie sagte Herr Mersch – Sundermann: „Es kommt, wie immer, auf die Dosis an!“ – Salz kommt pfundweise verzehrt auch nicht gut.
    Unsere Kunden jedenfalls wollen sachlich beraten werden, fachliche Orientierung von uns haben und am Ende mit Ihrer Bauentscheidung und Ihrem Haus zufrieden sein.
    Damit wir Grünspechte uns in diesem Tun noch wohler fühlen, dafür hat diese Veranstaltung uns viel gebracht! Dafür danken wir in erster Linie Herrn Prof. Dr. Mersch-Sundermann für seine klaren, sachlichen und sehr verständlichen Ausführungen, Frau Rhodius, die das Thema nach Aussage aller Beteiligten hervorragend moderiert hat. Bei Peter Bachmann bedanken wir uns ebenso dafür, dass er sich für dieses Streitgespräch zur Verfügung gestellt hat!

    Sehr gefreut haben wir uns über die Unterstützung dieser Veranstaltung durch die Holzbau Südbaden e.V., die Zimmerei und Schreinerei Volker Dobslaw GmbH aus Buggingen und nicht zuletzt über die Mithilfe von Wolfgang Winzen von der ZBÖ Minergie in Staufen.

    Freiburg, den 20. 10. 2011 Hermann Hallenberger
    Mitglied des Vorstands der Zimmerei Grünspecht e.G.

    Comment by Hermann Hallenberger — 24. Oktober 2011 @ 09:41

  5. Hallo lieber Hermann Hallenberger,

    zur wissenschaftlichen Beurteilung von Gesundheit und Emissionen lässt sich sehr viel sagen, das meiste davon bewegt sich auf einem Niveau, das unserereins ohne fachmedizinische Ausbildung nicht erreicht. Festzuhalten bleibt in jedem Falle, dass es offenkundig einen Dissens gibt zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Lehrmeinungen. Eine davon, vertreten durch Prof. Mersch-Sundermann sagt, dass die Gesundheit nicht beeinträchtigt wird, wenn die ausgegasten Stoffe toxikologisch nicht relevant sind. Diese Lehrmeinung vertritt offenbar auch, so war zumindest seinen Ausführungen zu entnehmen, dass es eine Krankheit wie MCS nicht gibt, bzw. sie nicht nachzuweisen ist. Hier sprach er auch von hauptsächlich psychischen Faktoren.
    Eine andere Fraktion, z.B. vertreten durch Prof. Augustin vom UKE in Hamburg oder Dr. Bartram oder Dr. Winkens sprechen von Terpenen als “potente Allergene”, die laut MAK-und BAT-Werte-Liste 2007 als hautreizend und sensibilisierend eingestuft werden. Interesannte Studie z.B hier: http://www.daab.de/fileadmin/medien/pdf/Diverses/Studienergebnisse.pdf
    Wir sind also auch nach der Veranstaltung nur einig, dass eine toxikologisch abgeleitete Gefährdung durch Terpene aus OSB-Platten nicht gegeben ist. Das heisst aber nicht, dass diese Stoffe nicht gesundheitsgefährdend sein können. So ist der Zimmerer in Gefahr, wenn er diese benutzt, denn ein Überschreiten der Richtwerte führt nach wie vor zu Regressansprüchen, wenn diese gemessen und moniert werden. Dem Zimmerer, der dieses Problem hat (wir haben gerade einen aktuellen Fall und geben dir gerne die Kontaktdaten dieses Zimmerers)steht es natürlich frei, diese Richtwerte zu hinterfragen oder gar die Freimaurer, Illuminaten oder einfach die Industrie hinter dem Zustandekommen dieser Werte zu vermuten.
    Was dem Kunden wirklich passiert, wenn er den VOCs ausgesetzt ist, kann ich nicht abschließend beurteilen. Da ist sicher ein gut Teil Hysterie im Spiel. Auch wir haben hier nicht immer redlich kommuniziert. Aber es sind ja leider Fälle bekannt, in denen Menschen ihre gesundheitlichen Probleme auf VOCs zurückführen. Sie der Hysterie zu zeihen ist eine Sache, die Gerichte entscheiden aber (bzw. nötigen zum Vergleich), indem sie die Richtwerte heranziehen.
    Ich fahre seit 25 Jahren Auto und bin immer angeschnallt und habe den Gurt noch nie gebraucht. Als die Anschnallpflicht eingeführt wurde, war viel von Einschränkung der Bürgerrechte zu lesen. Die Verkehrstoten sind dennoch zurückgegangen. Und ich werde froh sein, wenn ich ihn mal brauche.
    Was mich bei all den Diskussionen mit den Vertretern der Holzbranche am meisten berührt, ist, dass die innovativste Branche im Bausektor zunehmend in die Defensive gerät und darauf keine gemeinsame Antwort findet. Leider verstehen es Akteure wie z.B. Betonmarketing und die Saint Gobains dieser Welt sehr gut, viel schlechtere Baustoffe auf Kosten des Holzes zu positionieren, deshalb ist es nicht zu verstehen, dass das Thema Emissionen aus Holzwerkstoffen nicht offensiv angegangen wird und die Zimmerer geschützt werden. Dazu müssten sich die Verbände und die Industrie zusammensetzen und Geld in den Topf werfen, um z.B. die gesundheitsfördernden Wirkungen von alpha-pinen zu kommunizieren. Darauf zu hoffen, dass auf europäischer Ebene die Einzelstoffbewertung sich irgendwann durchsetzt ist blauäugig. Wenn man sich anschaut, welch Wahnsinn sich mit der VOC-Verordnung in Frankreich durchsetzt, ist es höchste Zeit, gemeinsam zu agieren und die Industrie in die Verantwortung zu nehmen. Ein erster Schritt wurde dazu im Roundtable in Bern letzte Woche auf Einladung von George Kuratle (HWZ) schon getan.
    Freiburg, den 30.11.2011
    Matthias Lange

    Comment by Matthias Lange — 30. November 2011 @ 11:13

  6. Generell habe ich auch gehört, dass manches Leimholz wegen den Leimbinder krank machen kann, wenn man die Chemie einatmet… Gut sind hingegen BSH Holz bzw. BSH Träger, sowie das KVH Konstruktionsvollholz.

    Comment by Hallen Bau — 2. August 2012 @ 21:27

  7. Ich kaufe nur noch massive Vollholzmöbel. Da kann man gesundheitlich nichts falsch machen…

    Comment by Ella — 27. August 2012 @ 20:59

  8. Wenn es keinerlei Oberflächenbehandlung hat!

    Comment by Peter Bachmann — 10. September 2012 @ 10:37

  9. vollholz ist immer gut für die gesundheit, aber es sollte klar sein, dass man hier auch etwas tiefer in die tasche greifen muss und natürlich nicht nachbehandelt wurde.

    Comment by Lars — 9. Oktober 2012 @ 13:06

  10. wer Vollholz nimmt, muß auch mit einem deutlichen Gehalt an Terpenen und auch natürlichem Formaldehyd leben. Denn im Produktionsprozess von Holzwerkstoffen werden durch die Hitze bei der künstlichen Trocknung der Späne bzw. Strands erhebliche Anteile dieser Stoffe emittiert; also verringert.
    Auch die MOVC´s (Schimmelsporen etc) werden dabei abgetötet bzw. inaktiviert.

    Comment by Dr. Hartmut Klaus — 19. Oktober 2012 @ 06:37

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