Der Blog zum wohngesunden Bauen

24. März 2015

Alle Augen auf die Fachkonferenz

KlassenzimmerBild_Pressekonferenz

Test-Schulkinder sitzen in einem nachgebauten Klassenzimmer aus emissionsgeprüften (links) und ungeprüften Baumaterialien (rechts) Foto: TÜV Rheinland

 

Die Pressekonferenz am 23.03.2015 wurde erfolgreich beendet. Es waren einige Pressesprecher des NDR, ZDF und ARD anwesend; außerdem hat u.a. die “Bild” darüber berichtet.
Nun sind alle Augen gespannt auf den großen Fachkongress am 28.04.2015 in Köln gerichtet!

Beim Neubau oder der Renovierung von Schulen oder Kindertagesstätten kann es kurz- oder auch langfristig zu Beeinträchtigungen der Raumlufthygiene und damit zu gesundheitlichen Belastungen von Schülern und Lehrern kommen.

Dies ergab das von TÜV Rheinland und dem Sentinel Haus Institut aktuell abgeschlossene Modellprojekt „Gesunder Lebensraum Schule“ zur Bewertung von Schadstoffen in Klassenräumen.„
Die Qualität und Kombination der verwendeten Baustoffe, Möbel und Reinigungsmittel haben einen wesentlichen Einfluss auf die Luftqualität in Klassenräumen“, sagt Dr. Walter Dormagen, Geschäftsfeldleiter Gefahrstoffe, Mikrobiologie und Hygiene bei TÜV Rheinland.
Zusätzlich habe ein Fehlverhalten von Handwerkern und Reinigungskräften ein hohes Potential für signifikante Schadstoffbelastungen in Innenräumen.

Nur unwesentlich höhere Kosten durch schadstoffarmes Bauen

Im Rahmen des bislang einzigartigen Projektes wurden auf dem Kölner Firmengelände des Prüfdienstleisters zwei identische Klassenzimmer aufgebaut –
das eine mit konventionellen, das andere ausschließlich mit schadstoffgeprüften Produkten.
In verschiedenen Messreihen wurden unter realen Bedingungen der Schadstoffgehalt in der Luft gemessen und ausgewertet.
Das Resultat:
Die Messwerte für die unter anderem aus Farben, Lacken und Klebern ausgasenden flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) überschreiten beim Einsatz ungeprüfter Produkte
zum Teil deutlich die Empfehlungen des Umweltbundesamtes. Es geht aber auch gesund: Wird ein Klassenzimmer sorgfältig nach den Grundsätzen des schadstoffarmen Bauens mit geprüften Bauprodukten und Möbeln ausgestattet, sind schon kurz nach den Arbeiten alle Werte im grünen Bereich.
„Dabei ist das schadstoffarme Bauen im Vergleich nur unwesentlich teurer“, sagt Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts. Dennoch werden die entsprechenden Empfehlungen des Umweltbundesamts selten berücksichtigt, denn auch das fachliche Know-how ist bei den Ausführenden selten vorhanden, so der Experte.

Freisetzung von Schadstoffen auch bei Renovierungsarbeiten

Problematisch sind nicht nur Schadstoffemissionen aus ungeprüften Baustoffen, sondern auch Altlasten in den Schulgebäuden. Werden diese im Zuge der Bauarbeiten freigesetzt und damit aktiviert oder sinkt derLuftaustausch durch Wärmedämmung und neue Fenster, kann es zu
hohen Belastungen kommen. Kritisch ist auch die Reaktion alter Kleber
oder Farben mit einigen neuen bauchemischen Produkten. Hier kann es zu unkontrollierten Schadstofffreisetzungen in die Raumluft kommen. Die Folge sind Kopfschmerzen, Unwohlsein und schwerwiegendere Krankheiten wie Allergien. „Häufig werden die Symptome erst gar nicht mit den Reparatur- oder Reinigungsarbeiten in Verbindung gebracht“, weiß TÜV Rheinland-Experte Dr. Dormagen.

Gesundheit nicht dem Zufall überlassen

Es gibt zwar Empfehlungen des Umweltbundesamtes für die Innenraumhygiene von Schulgebäuden, aber diese sind nicht verbindlich.
TÜV-Experte Dr. Walter Dormagen betont:
„Im Zusammenspiel neuer Baustoffe untereinander und dann zusätzlich mit den in Altbauten vorhandenen Substanzen gibt es unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten. Wer hier nicht vorher prüft und testet, spielt mit dem Zufall, und damit mit der Gesundheit von Kindern und Lehrpersonal.“
Die Ergebnissedes Projekts werden in der Fachkonferenz „Gesunder Lebensraum Schule“ am 28.04.2015 in Köln mit Vertretern aus Wirtschaft, Recht, Wissenschaft, Politik und Behörden diskutiert.

Anmeldung unter:

http://www.tuv.com/de/deutschland/ueber_uns/messen_events/eventdetails_230636.html

Weitere Informationen unter

 

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