Der Blog zum wohngesunden Bauen

12. Dezember 2019

Studie: Über 1,5 Millionen Kinder leben in feuchten Wohnungen

(c) VELUX

Kinder und Heranwachsende sind weit mehr als Erwachsene einem gesundheitsschädlichen Wohnumfeld ausgesetzt. Das ist das Ergebnis einer Studie in Auftrag des Herstellers von Dachfenstern VELUX. 3,7 Millionen, das entspricht 35 Prozent der Kinder unter 16 Jahren in Deutschland, leben danach in ungesunden Häusern und Wohnungen. 1,53 Millionen berichten über Feuchtigkeit in ihren Kinderzimmern, 2,52 Millionen über zu viel Lärm, je 400.000 über zu wenig Tageslicht und zu wenig Wärme. Erstellt hat die Meta-Studie die Denkfabrik RAND Europe. Die Aussagen über die Effekte des Wohnumfeldes auf die Gesundheit von Kindern entstanden auf Basis der European Union Statistics on Income and Living Conditions (EU-SILC). Für diese Studie hat sich RAND Europe auf den Datensatz von 158.833 deutschen Haushalten gestützt, in denen Kinder unter 16 Jahre leben. Das Healthy Homes Barometer 2019 von Velux beleuchtet die Gesundheitsrisiken von Kindern in ihrem Wohnumfeld und in Schulen. Einkommensschwache Familien sind überproportional betroffen. Ebenfalls beleuchtet wird die Situation der Raumluft in Schulen.

Hier geht es zur vollständigen Pressemitteilung.

19. November 2019

Normenstau bremst Integration von VOC-Deklarationen

Die im letzten Jahr in Kraft getretene Prüfnorm DIN EN 16516 für VOC (flüchtige organische Verbindungen) steht aktuell nur auf dem Papier. Denn die Integration der Norm in Produktnormen für in der EU harmonisierte Bauprodukte macht kaum Fortschritte. Der Grund ist die generelle Überprüfung aller neuen harmonisierten Normen auf Kompatibilität mit der EU-BauProduktenverordnung. Hier gibt es wohl bei fast allen Normen eine Reihe von generellen Unstimmigkeiten. In Folge werden jetzt alle alten Normungs-Mandate, die noch unter der früheren Bauproduktenrichtlinie erteilt wurden, überarbeitet. Im Ergebnis sollen sehr präzise Normungsaufträge entstehen, die alle Grundanforderungen umfassen, und die Erfordernisse der EU-BauPVO berücksichtigen. Für die Normungsgremien soll es dadurch leichter sein, ihre Normen im Sinne der Kommission zu schreiben. Gleichzeitig kann die Kommission besser prüfen, ob die Normen dem Normungsauftrag entsprechen.

Bei diesem Prozess ist die Integration der Deklaration der VOC-Emissionen in den Hintergrund geraten. Lediglich bei den Europäischen Technischen Bewertungen (ETA)  gibt es die klare Aussage, dass die VOC-Prüfungen enthalten sein müssen.

Umso wichtiger sind für den Nachweis emissionsarmer Bauprodukte unabhängige Prüflabel. Das Sentinel Haus Institut unterstützt Hersteller bei der Auswahl und Durchführung der Prüfkammeruntersuchungen. Der Nachweis eines hochwertigen Labels oder einer entsprechenden, erfolgreichen Produktprüfung ist Voraussetzung für die Listung im Sentinel Portal, dem europaweit größten Verzeichnis geprüft gesünderer Bauprodukte. Das Sentinel Portal ersetzt ab Anfang Dezember das bisherige Bauverzeichnis Gesündere Gebäude und geht mit zahlreichen Verbesserungen und neues Suchfunktionen an den Start.

Ansprechpartner ist Helmut Köttner, Technischer Leiter des Sentinel Haus Instituts: koettner@sentinel-haus.eu

 

11. November 2019

Das Grüne Regal auf dem hagebau FORUM 2019

Filed under: Allgemein, Baustoffindustrie, Das Grüne Regal, Handel, Messe, Veranstaltung — Volker Lehmkuhl @ 15:30

Nach dem erfolgreichen Start beim hagebau-Gesellschafter J.N. Köbig mit Sitz in Mainz war das Konzept zur gesundheitlichen Qualitätssicherung im Baustofffachhandel nun auch Thema beim jährlichen Treffen der hagebau-Gesellschafter. Gleich in zwei Vorträgen stellte Peter Bachmann die Idee und die praktische Umsetzung vor. Im Mittelpunkt standen die Vorteile für die Kunden des Baustofffachhandels aus den unterschiedlichen Bereichen sowie die Vorteile für die Fachhändler selbst. So erreichen Unternehmen, die Das Grüne Regal integrieren eine Alleinstellung im Wettbewerb, die durch Glaubwürdigkeit und Kompetenz unterlegt ist. Dies bestätigte auch Gerhard Menzel, Geschäftsführer Baustoffe der J.N. Köbig GmbH, die Das Grüne Regal nach gemeinsamer Konzeption und intensiver Vorbereitung sowie der Auditierung durch TÜV Saar seit September an zunächst fünf ihrer elf Standorte einführt.

Zahlreiche Einzelgesprächen am Rande der Aktionsfläche mit Mitarbeitern von Händlern und Herstellern vertieften das Thema, das in Nachfolgeterminen konkretisiert wird. Während der Veranstaltung diente ein Grünes Regal als Blickfang. Es bildete auch den optischen Hintergrund für ein Interview von Nicole Renneberg von der Gesundheitslounge (siehe Meldung unten) mit Peter Bachmann. Eine Kurzversion wurde bereits veröffentlicht.

 

Emissionsarmes Fußbodensystem

(c) Cemwood

Die Zusammenarbeit zweier Partner des Sentinel Haus Instituts hat ein interessantes Fußbodensystem ergeben: Die Kombination aus Cemwood Ausgleichsschüttungen und Norit-Trockenestrichplatten von Lindner GFT. Das System, das auch wahlweise als Norit-Flächenheizung erhältlich ist, eignet sich vor allem für Neubau und Altbau-Sanierung. Die Kombination vereint die Vorteile beider Produkte: Norit-Trockenestrich zeichnet sich durch ein einzigartiges Klick-System aus. Aufgrund einer extrem hohen Passgenauigkeit werden die Elemente lediglich in einander geschoben und verklebt. Ein Verschrauben oder Verspachteln der einzelnen Platten ist nicht notwendig. Das erlaubt die einfache und schnelle Verlegung des Fertigteilestrichs. Die aus Gipsfaser bestehenden Platten sind in den Stärken 20 und 25 mm verfügbar. Die Norit-Fußbodenheizung hat ein geringes Gewicht, eine niedrige Einbauhöhe, ist aber zugleich hoch belastbar. Die Heizung arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen und einer schnellen Reaktionszeit.

Die Ausgleichsschüttungen von Cemwood aus mineralisierten Holzspänen lassen sich ebenso schnell und einfach verarbeiten. Sie müssen lediglich eingebracht und abgezogen werden. Danach sind sie sofort belastbar. Wasser oder andere Bindemittel werden nicht benötigt. Die Schüttungen sind setzungssicher und hochbelastbar. Ihre Eigenschaften entsprechen den Anforderungen einer gebundenen Form. Das als Ausgangsmaterial verwendete Holz stammt aus heimischen Wäldern, es wird ohne chemische Zusätze verarbeitet. Zudem hat das eingesetzte Holz bereits mehr CO2 gebunden, als in der Produktion entsteht. Das Global Warming Potential (GWP) des gesamten Aufbaus beträgt minus 6 kg CO2/System m2. Der gesamte Aufbau ist nach den Maßstäben des Sentinel Haus Instituts als emissionsarm eingestuft.

Quelle: Cemwood Pressemitteilung

25. Oktober 2019

Gastbeitrag in “Capital” zur aktuellen Situation beim gesünderen Bauen

“Gesundheit in den eigenen vier Wänden ist nicht diskutierbar” lautet die Überschrift eines Meinungsbeitrags von Peter Bachmann für die Zeitschrift “Capital”. In dem Text, der sich an private, öffentliche und gewerbliche Investoren richtet aber auch die Rolle des Baustoffhandels nicht ausspart, geht es um die Konsequenz aus den Studien, die das Sentinel  Haus Institut initiiert hat. Hier kann man den Text in voller Länge lesen.

16. Oktober 2019

EU-Kommission stuft Titandioxid als “möglicherweise krebserregend” ein

Filed under: Auditoren, Baustoffindustrie, Bauunternehmen, Gesundheit, Handel, Handwerker, International, Recht — Schlagwörter: , , — Stephanie Brunner @ 11:11

Die EU-Kommission hat jetzt entschieden, das Weißpigment Titandioxid als einen „Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung durch Einatmen“ zu klassifizieren – und das obwohl sich die Mehrheit der Experten der Mitgliedsstaaten auf der Sitzung am 18.09.2019 dagegen ausgesprochen hat.

Mit der Einstufung von Titandioxid wird damit erstmals ein Stoff auf Basis von stoffunspezifischen, allgemeinen Partikeleffekten eingestuft, berichtet das Fachblatt. Pulverförmige Produkte mit Titandioxid müssen jetzt eingestuft und gekennzeichnet werden. Ergänzend sind Zusatzkennzeichnungen für flüssige und feste Gemische mit Titandioxid vorgesehen, unabhängig davon, ob überhaupt eine Freisetzung von Titandioxid am Arbeitsplatz oder beim Verbraucher zu erwarten ist. Weitere Informationen auf der “Malerblatt”- Webseite

15. Oktober 2019

Belastung mit Chemikalien im Körper erstmals europaweit vergleichbar

Filed under: Auditoren, Baustoffindustrie, Gesundheit, Handel, International, Wissen & Literatur, Wissenschaft — Schlagwörter: , — Stephanie Brunner @ 10:16

Quelle: hbm4eu

 

Die europäische Human-Biomonitoring Initiative HBM4EU, die vom Umweltbundesamt (UBA) federführend geleitet wird, hat neue Human Biomonitoring Beurteilungswerte für ausgewählte Phthalate, Cadmium und Bisphenol A abgeleitet.Die europäische Human-Biomonitoring Initiative HBM4EU, die vom Umweltbundesamt (UBA) federführend geleitet wird, hat neue Human Biomonitoring Beurteilungswerte für ausgewählte Phthalate, Cadmium und Bisphenol A abgeleitet.

Als ein Werkzeug der gesundheitsbezogenen Umweltbeobachtung werden beim Human-Biomonitoring menschliche Körperflüssigkeiten oder -gewebe auf ihre Belastung mit Schadstoffen untersucht. Durch diese Untersuchung, angewandt an repräsentativen Gruppen der Allgemeinbevölkerung oder bestimmten Berufszweigen, kann die innere Schadstoffbelastung der Menschen, die aus verschiedenen Quellen wie z.B. Atemluft, Nahrung oder Alltagsgegenständen stammt, abgeschätzt und bewertet werden.

In Deutschland legt die „Kommission Human-Biomonitoring“ beim UBA schon seit vielen Jahren toxikologisch begründete Beurteilungswerte für ausgewählte Schadstoffe in Deutschland fest. Damit lässt sich die Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Umweltschadstoffe einschätzen. Diese Erfahrungen konnte das UBA auch in die Europäische Human-Biomonitoring Initiative HBM4EU einbringen. Es ist erstmals gelungen, europaweite Werte, sogenannte „Human-Biomonitoring Guidance Values“ (HBM-GV), für einzelne Stoffe unter Beteiligung aller Partner in Europa abzuleiten. So liegen derzeit schon Beurteilungswerte für bestimmte Weichmacher vor. Weitere werden im Laufe des Projektes generiert.

Die Verwendung und das Inverkehrbringen von Chemikalien werden auf europäischer Ebene reguliert. Daher ist es wichtig, Daten auf EU-Ebene vergleichbar zu erheben und auszuwerten. Damit trägt HBM4EU dazu bei, dass die zuständigen europäischen Institutionen sinnvoll und begründet Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit treffen und die Bevölkerung über Belastungsursachen und mögliche Vermeidungsmaßnahmen informieren können.  Quelle: Umweltbundesamt

Weitere Informationen beim Umweltbundesamt hier.

1. Oktober 2019

Büdenbender Hausbau setzt auf zertifizierte Wohngesundheit

Das neue, hochwertig wohngesunde Musterhaus Fortuna von Büdenbender Hausbau entsteht als klassisches Satteldachhaus in Bestwig.
Grafik: Büdenbender Hausbau

 

Der Fertighaushersteller Büdenbender Hausbau wird seinen Kunden in Zukunft noch gesündere Lebensräume bieten. In Zusammenarbeit mit dem Sentinel Haus Institut entsteht zunächst ein rundum geprüftes Musterhaus.

Eine sicher gesündere Innenraumluft als wichtigstes Merkmal wohngesunden Bauens erwarten immer mehr Baufamilien. Das spüren auch die Verantwortlichen des Familienunternehmens Büdenbender Hausbau aus dem Siegerland. Um diesen Wünschen nachzukommen, arbeitet Büdenbender ab sofort mit dem Sentinel Haus Institut als führendem Wissens- und Ingenieursdienstleister für gesünderes Bauen zusammen.

Lesen Sie hier die komplette Pressemitteilung.

 

26. September 2019

Trockenschüttungen von Cemwood sind geprüft wohngesund

(c) Cemwood

Die Trockenschüttungen CW1000 und CW2000 aus mineralisierten Holzspänen sind ab sofort im Bauverzeichnis Gesündere Gebäude gelistet. Der für CW1000 ermittelte Wert an Gesamt-VOC (TVOC) betrug nach 28 Tagen lediglich 87 Mikrogramm/m³. Dieses Ergebnis unterschreitet damit auch die VOC-Grenzwertanforderungen des Umweltbundesamtes und der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) von 300 bzw. 500 Mikrogramm deutlich. Darüber hinaus sind die Produkte aus dem Hause Cemwood mit einem Wert von 0,001 Milligramm/m³ quasi fomaldehydfrei.

Alle Trockenschüttungen von Cemwood zeichnen sich nach Angaben des Herstellers durch sehr gute mechanische und bauphysikalische Eigenschaften aus. Sie bestehen aus mineralisierten Holzspänen, die zugleich als Dämmstoffe für Fußböden eingesetzt werden können. Die Ausgleichs­schüttungen sind trittschall- und wärmedämmend und zugleich lagestabil und belastbar. Ein weiterer Vorteil ist die kostensparende, schnelle Verarbeitung ohne Wasser und ohne Bindemittel und damit einhergehend ohne Trocknungszeiten. Auch ein aufwendiges Nachverdichten der Schüttung ist nicht erforderlich. Die Verzahnung der Späne bewirkt die extreme Lagestabilität mit den Eigenschaften einer gebundenen Form.

CW 1000 ist als Ausgleichsschüttung für Einbauhöhen von 10 bis 60 mm vorgesehen: zum Beispiel unter allen Nass- und Trockenestrichsystemen, bei unebenen Böden und als Hohlraumfüllung in Holzbalkendecken. CW 2000 dient als Trockenschüttung für Einbauhöhen von 10 bis 200 mm: zum Beispiel auf Holzbalken-, Massivholz- und Massivbetondecken sowie auf Kappendecken und Gewölben. Mit einer optimierten Kornverteilung eignet sich CW 020 vor allem als Ausgleich unter schwimmenden Holzböden und zur Anwendung bei nullauslaufenden Bereichen.

In der Fertigung werden die Holzspäne aus Frischholz in einem einzigartigen Verfahren mineralisch ummantelt. Die so gewonnenen Ausgleichsschüttungen sind leicht wie Holz, aber beständig wie Stein. Das heißt: Die Späne schimmeln oder faulen nicht, sind resistent gegen Ungeziefer, noch quellen sie auf. Die Schüttungen selbst sind diffusionsoffen. Weitere Infos hier bei Cemwood.

 

Aktualisierte Prüfkriterien für Bodenkleber, Verlegewerkstoffe und Wandfarben

Filed under: Baustoffindustrie, Das Grüne Regal, Gesundheit, Handwerker — Schlagwörter: — Stephanie Brunner @ 14:58

Wir haben unsere Prüfkriterien für gesündere Bauprodukte aktualisiert. Dies betrifft den Nachweis, den die Hersteller für die Freigabe für Bauprojekte nach dem Sentinel Konzept und die Listung im Bauverzeichnis Gesündere Gebäude erbringen müssen. Die Änderungen betreffen Wandfarben und Verlegewerkstoffe.

Bei den Anstrich- und Beschichtungsstoffen gelten die erfüllten Anforderungen des blauen Engels in der neuesten Fassung für emissionsarme Innenwandfarben (RAL-UZ 102 / ab 01/2019) als Nachweis. Der Einsatz von Topf- und Filmkonservierungsmitteln ist in Wandfarben nicht mehr nicht zulässig.

Bei den Bodenbelagsklebstoffen und anderen Verlegewerkstoffen akzeptiert das Sentinel Haus Institut als Nachweis der Emissionseigenschaften neben dem Emicode EC1+ auch die Zertifizierung mit dem blauen Engel in der neuesten Fassung (RAL-UZ 113 ab 01/2019).

Hier finden Sie die kompletten Prüfbedingungen, auch für andere Baustoffe.

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