Der Blog zum wohngesunden Bauen

14. November 2016

Aus für deutsche Zulassung von Baustoffen: Konsequenzen für den Baustoffhersteller und Fachhandel

Seit dem 15. Oktober 2016 ist die bislang übliche Praxis der behördlichen Zulassung von Baustoffen endgültig Geschichte. Die Konsequenzen für die Branche sind drastisch und weitreichend. Darauf weist unter anderem der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes ZDB in der aktuellen Ausgabe seines Magazins (Seite 13 des PDF) hin. Mit Blick auf den Baustofffachhandel urteilt der ZDB: “Auch der Baustofffachhandel muss ab sofort alle Produkte im Hinblick auf die Übereinstimmung mit bauaufsichtlichen Anforderungen überprüfen und die entsprechenden Prüfzeugnisse der Hersteller an seine Kunden weiterleiten. Ein erheblicher Mehraufwand wofür bislang eine Ü-Kennzeichnung der Produkte ausreichte. Schon bei kleineren und mittleren Bauvorhaben wird der mit den Verwendbarkeitsnachweisen verbundene Dokumentationsaufwand auf mehrere Aktenordner anschwellen”. Zudem steige der personelle Aufwand für die Beschaffung der Nachweise enorm.

Nicht nur für den Bereich der gesundheitlichen Qualitätssicherung bietet das etablierte Bauverzeichnis Gesündere Gebäude von Sentinel Haus Institut und TÜV Rheinland hier eine praktikable und leicht zu bedienende Lösung. Auf der Online-Plattform können zu beliebig vielen Produkten beliebig viele Dokumente hinterlegt und online abgerufen werden. Das Angebot ist responsiv, die Nutzung ist also von jedem internetfähigen Gerät auch mobil auf der Baustelle oder zum Beispiel direkt im Kundenkontakt in der Ausstellung oder am POS möglich.

25. Oktober 2016

Sentinel Haus Institut und TÜV Rheinland starten Forschungsprojekt “MY FUTURE OFFICE”

key_visual-mfo-klein-c-sentinel-haus-institut-shutterstockDas Sentinel Haus Institut und TÜV Rheinland starten im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Gesündere Gebäude“ das Forschungsprojekt „MY FUTURE OFFICE“. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, Medizinern und Herstellern werden Lösungen für eine optimale Arbeitsplatzgesundheit erarbeitet.

Im Rahmen der BAU 2017 findet am 17. Januar 2017 von 14.00 – 16.00 Uhr eine Vorstellung von „MY FUTURE OFFICE“ statt. Ort: Raum B61 / Halle B6 1.OG

Hintergrund von „MY FUTURE OFFICE“ ist, dass Schadstoffe in der Raumluft, zu wenig Tageslicht, schlechte Akustik und ein ungünstiges Raumklima die Ursachen für höhere Krankheitsstände, Unzufriedenheit der Mitarbeiter und geringere Leistungsfähigkeit sind. In der ersten Phase des im Herbst 2016 gestarteten Projektes werden auf der Basis einer umfassenden Literaturrecherche die Grundlagen für die praktische Umsetzung erarbeitet. Initiiert wurde das Projekt von elf renommierten Baustoffherstellern, unter anderem dem Fenster- und Fassadenhersteller Schüco, dem Bauchemie-Spezialisten PCI, dem weltgrößten Hersteller von Innentüren JELD-WEN sowie einer Reihe weiterer Anbieter von Bauprodukten und Raumsystemen.

Eingebunden in diese Grundlagenermittlung sind Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, Arbeits- und Umweltmediziner sowie Juristen. Die Umsetzung in die gebaute Praxis erfolgt dann zunächst in Form von zwei gesundheitlich optimierten Modellräumen. Einer dieser Modellräume wird in Massivbauweise, der zweite in Holzbauweise errichtet. Es werden sowohl offene Open Space-Umgebungen als auch Einzelbüros mit Trennwänden gebaut. Verschiedene Szenarien für Lüftung, Lichtverhältnisse und Schallschutz machen deren Wirkung für Besucher direkt erlebbar.

TÜV Rheinland führt zudem gesonderte Prüfkammeruntersuchungen von Bau- und Einrichtungsprodukten mit hohen Schadstoffemissionen durch und verdeutlicht deren Einfluss auf die Qualität der Innenraumluft.

Die Erkenntnisse der Untersuchungen werden anschließend in Zusammenarbeit mit Architekturbüros und Investoren in reale Bauvorhaben umgesetzt. „Die Qualität der Innenraumluft sowie weitere Parameter haben einen direkten Einfluss auf die Gesundheit der Mitarbeiter und damit auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens“, sagt Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts. Auch wird das Thema Nachhaltigkeit der Bauprodukte eine Rolle spielen.

Aktuell an dem Projekt beteiligt sind folgende Unternehmen:

Pressemitteilung

3. August 2016

ARD Plusminus berichtet über Gesundheitsbelastungen in alten Fertighäusern

Das ARD-Magazin Plusminus hat über Gesundheitsbelastungen in alten Fertighäusern berichtet. Unter dem Titel ” Gift in Fertighäusern” wurden am 27.7. 2016 über verschiedene Krankheitssymptome  durch mit Holzschutzmitteln behandelte Fertighäuser aus den 1970er Jahren berichtet. Das Manuskript der Sendung ist hier abzurufen.

Das Sentinel Haus Institut empfiehlt generell vor dem Kauf einer gebrauchten Immobilie einen Schadstoff-Check. Bei neu errichteten oder grundsanierten Gebäuden, können Gesundheitsbelastungen durch die gemeinsam mit TÜV Rheinland durchgeführte Qualitätssicherung vermieden werden.

22. Juli 2016

natureplus veröffentlicht Hilfen für die Ausschreibung nachhaltiger Baustoffe

NatureplusLOGODer unabhängige Verein natureplus hat kostenlose Texte veröffentlicht, mit denen öffentliche und private Auftraggeber nachhaltige und wohngesunde Bauprodukte sicher ausschreiben können. Zahlreiche Label dienen als Nachweis.. Oft scheitert die gezielte Ausschreibung nachhaltiger Produkte und Bauweisen aber an inhaltlichen Unsicherheiten und juristischen Bedenken. Zunächst für Oberflächenbeschichtungen, Holzwerkstoffe, Wandfarben. Dämmstoffe und Putze ist diese Situation nun beendet. Die von natureplus-Fachleuten in Kooperation mit Juristen erarbeiteten Texte können als Ganzes oder als Textbausteine eingesetzt werden. So kann jede ausschreibende Stelle eigene Prioritäten setzen. Ihren Platz finden die Ausschreibungshilfen in den Allgemeinen Vorbemerkungen zum Leistungsverzeichnis, entweder als Teil des Auftragsgegenstandes oder in den technischen Spezifikationen. Die natureplus-Geschäftsstelle bietet dazu eine Beratung an. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Hier geht es zur kompletten Meldung sowie zu den Texten.

21. Juli 2016

Vollständige Desinfizierbarkeit von Kautschukböden von nora

nora KrankenhausIm Kampf gegen multiresistene Keime in Krankenhäusern kommt es auch auf die Desinfizierbarkeit von Bodenbelägen an. nora systems hat dazu jetzt eine Versuchsreihe durchführen lassen. Das unabhängige Baufachmagazin “Baulinks” hat dazu einen lesenswerten Beitrag veröffentlicht.

10. Juni 2016

Broschüre: Ausbauen und Gestalten mit nachwachsenden Rohstoffen

Eine neue Broschüre der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe FNR gibt einen Überblick über die Vielfalt der Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen von den Naturfarben über die natürlichen Böden, die Gestaltung der Innenwände, Möbel aus Holz für den Innen- und Aussenbereich, ein Ausblick zu Fenster- und Türen sowie biobasierten Baumaterialien. Enthalten ist auch ein Fachbeitrag von Josef Spritzendorfer, Geschäftsführer der Europäischen Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene EGGBI. Thema, wie könnte es anders sein: Innenraumklima und Wohngesundheit.  Die Unterkapitel: Schadstoffbelastungen in Innenräumen, Qualitätsrichtlinien für Baustoffe und die wohngesundheitliche Beurteilung von Naturbaustoffen. Die Broschüre gibt es als kostenlosen Download bei der FNR.

20. Mai 2016

2. Kölner Wertermittlertage

2.KöWeta

Der Bundesanzeiger, seit vielen Jahren in der Fachwelt anerkannt für seine hochwertige Fachliteratur im Bereich Immobilienbewertung und Bauschäden und der TÜV Rheinland, der über jahrelange Kompetenz in der Aus- und Fortbildung von Immobilien- und Bausachverständigen und deren Zertifizierung verfügt, bieten im Zeitraum vom 07.09.2016- 08.09.2016 eine gemeinsame Veranstaltung.

Bei den 2. Kölner Wertermittlertagen sind ein abwechslungsreiches Programm, viele hochinteressante Fachinformationen, sowie Diskussionen mit hochkarätigen Experten und erfahrenen Praktikern geboten.

Das Spektrum reicht von aktuellen Entwicklungen in der Immobilienbewertung, auch unter dem Aspekt der steuerlichen Bewertung, über die Bewertung von Bauschäden bis hin zu „Dauerbrennern“ wie Haftungsfragen und Stolperfallen vor Gericht.

Gerne möchten wir auch darauf hinweisen, dass unser Geschäftsführer, Peter Bachmann, am 08.09.2016 zum Thema ,,Wertsteigerung der Immobilie durch gesundes Bauen und Sanieren.” von 10:00 Uhr bis 10:30 Uhr referiert.

Zusatzangebot:

Am Abend des 07.09.2016 besteht die Möglichkeit, an einer geführten ,,BRAUHAUSTOUR” teilzunehmen. Selbstverständlich ist diese kostenlos.

Nutzen Sie bis zum 15.07.2016 Frühbucher-Rabatte und melden Sie sich jetzt an! Ob nur an einem, oder an beiden Terminen, profitieren Sie von der gemeinsamen Veranstaltung durch aktuelles Expertenwissen!

Veranstaltungsort: 

Cologne Marriott Hotel
Johannisstraße 76 , 50668 Köln
Telefon: +49(0)2 21/9 42 22-0
Fax: +49(0)2 21/9 42 22-777
E-Mail: cologne.marriott@marriotthotels.com
Internet: www.colognemarriott.com

6. Mai 2016

Recht zur Mietminderung von 25 % aufgrund durch Formaldehyd belasteter Raumluft

Weist die Raumluft einer Mietwohnung ein Formaldehyd-Wert von über 0,1 ppm auf und kommt es dadurch zu einer Geruchsbelästigung sowie einer Gesundheitsgefahr, so kann dies eine Mietminderung von 25 % rechtfertigen. Dies geht aus einer Entscheidung des Amtsgerichts Bad Säckingen hervor.

22. Februar 2016

Zwei neue Fachbeiträge zum gesünderen Bauen und Wohnen

In den letzten Wochen sind gleich zwei interessante Fachbeiträge von Mitarbeitern des SHI erschienen. Themen sind gesündere Bildungsbauten und das Emissionsverhalten von Bodenbelägen.

Peter Bachmann schreibt in der Zeitschrift “DBZ” über die gesundheitliche Qualitätssicherung am Beispiel von  Bildungsbauten. Außerdem wird in dem Beitrag ausführlich die architektonisch und auch in Sachen Innenraumhygiene vorbildliche Kita und Musikschule in der Stadt Lauf an der Pegnitz vorgestellt. Das in massiver Brettstapelbauweise erstellte Gebäude wurde von der SHI-Fachplanerin Mona Sandner-Abboud betreut. Die Planung lag in den Händen des Büros Pöllot Architekten, Nürnberg. Der Holzbau erfolgte vom Unternehmen O.Lux.

Die geprüft gesunde Kita und Musikschule der Stadt Lauf. Foto: O.Lux / Francisco Lopez

Die geprüft gesunde Kita und Musikschule der Stadt Lauf. Foto: O.Lux / Francisco Lopez

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der zweite Beitrag von Volker Gutzeit, Leiter Technisches Produktmanagement  des SHI, befasst sich mit dem Emissionsverhalten von Bodenbelägen und Bodenaufbauten. Erschienen ist er auf DABonline, der Internetseite des renommierten deutschen Architektenblatts. Auf DABonline sind zudem noch weitere Beiträge von Fachautoren aus dem Netzwerk des SHI zu finden. Etwa von Dr. Walter Dormagen, TÜV Rheinland, zur richtigen Beauftragung von Schadstoffmessungen in Innenräumen.

Neuigkeiten zum Ende der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung

Bereits im Dezember 2015 hat das Deutsche Institut für Bautechnik DIBt Informationen zum Diskussionsstand rund um die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von Bauprodukten veröffentlicht. Diese dürften aber bei manchen Akteuren der Baubranche im vorweihnachtlichen Trubel untergegangen sein. Der aktuelle Stand sieht so aus, Zitat:

“Die  Gremien  der  Bauministerkonferenz  bereiten  derzeit  eine  Novellierung  der  Musterbauordnung  vor.
Danach  können  von  der  Bauaufsicht  für  Bauprodukte  mit  CE-Kennzeichnung  nach  Bauprodukten-
verordnung (Verordnung (EU) Nr. 305/2011) keine nationalen Verwendbarkeits- und Übereinstimmungs-
nachweise verlangt werden.

Demgemäß  wird  zukünftig  bei  allgemeinen  bauaufsichtlichen  Zulassungen  für  Bauprodukte  mit  CE-
Kennzeichnung  nach  der  Bauproduktenverordnung  voraussichtlich  die  Funktion  als  Verwendbarkeits-
nachweis im Sinne der Landesbauordnungen entfallen und die Verwendung des Ü-Zeichens nicht mehr
zulässig sein.

Diese Änderungen werden voraussichtlich zeitgleich mit der vollständigen Aufhebung der Bauregelliste B
Teil 1 und sonstiger Zusatzanforderungen an harmonisierte Bauprodukte in anderen Regelwerken zum
15.10.2016 erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt sollen – nach Durchführung des landesrechtlich vorgesehenen
Gesetzgebungsverfahrens – die novellierten Landesbauordnungen in Kraft treten.  ”

Noch ist der politische und verwaltungstechnische Meinungsbildungsprozess nicht endgültig abgeschlossen.  Aus Sicht des SHI gewinnen dadurch hochwertige, unabhängige Prüfungen von Bauprodukten an Bedeutung. Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema.

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