Der Blog zum wohngesunden Bauen

16. April 2019

Umweltbundesamt empfiehlt Deklaration von VOC

Das Umweltbundesamt empfiehlt Herstellern von Bauprodukten die flüchtige organische Verbindungen VOC emittieren, diese in ihren Produktdeklarationen anzugeben. Grundlage ist die DIN EN 16516. “Es ist im Interesse der Verwender und eines fairen Wettbewerbs, dass transparente Angaben zu VOC-Emissionen möglichst rasch zum Standard am Markt werden. Ab 2019 sind Angaben zu VOC in der CE-Kennzeichnung auf der Grundlage von Normungsaufträgen der Europäischen Kommission für eine Reihe von Bauprodukten verpflichtend. Erste erfolgreiche Vorbilder werden dringend benötigt, um die Umsetzung voranzubringen”, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Ab Mitte 2019 übernimmt das Institut für Bauen und Umwelt (IBU) entsprechende VOC-Angaben als verpflichtendes Element in seine EPDs für emissionsrelevante Bauprodukte für Innenräume.

Seit 2019 gelten für verschiedene Baustoffgruppen Deklarationspflichten für VOC. Diese werden im Zuge von sogenannten Mandatsergänzungen nach und nach in weitere EU-Normen integriert. Zuletzt hatte allerdings ein Stau bei der Veröffentlichung von Normen im Amtsblatt der EU-Kommission das Inkrafttreten verzögert. 

19. März 2019

Umweltbundesamt zum Zusammenhang von sommerlicher Hitze und Raumluftbelastungen

Foto: Pete Linforth auf Pixabay

 

Das Umweltbundesamt hat im Bundesgesundheitsblatt eine interessante Bekanntmachung zum Zusammenhang von Klimawandel und Belastungen der Innenraumluftqualität veröffentlicht. Danach ist in andauernden Hitzeperioden wie im Sommer 2018 in Innenräumen neben der Raumlufttemperatur die relative Luft-feuchtigkeit hoch. “Sind beide Faktoren hoch, verstärkt dies in der Regel auch die Freisetzung chemischer Stoffe, z.B. aus Baustoffen oder Einrichtungsgegenständen, und führt somit zu höheren Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen in der Raumluft.” Und weiter: “Die Wahrscheinlichkeit von Richtwert überschreitenden Gefahrstoffbelastungen in Innenräumen steigt mit der Zunahme der Temperatur.”

Für die Lüftung der Räume empfehlen die Autoren der Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) eine Lüftung in den Abendstunden. Am Tag sollten Fenster möglichst geschlossen bleiben. Dies nicht nur wegen der niedrigeren Temperaturen sondern auch hinsichtlich der  Schadstoffe in der Außenluft: “Im Jahr 2018 wurden besonders in den Monaten Juli und August vielerorts erhöhte Belastungen der Außenluft mit Ozon, Stickoxiden, Feinstaub und anderen Stoffen registriert. An solchen Tagen empfiehlt es sich, Fenster und Türen tagsüber geschlossen zu halten. Darüber hinaus kann der Eintrag von Ozon und Stickoxiden beim Lüften zu chemischen Reaktionen im Innenraum und damit zur Bildung sogenannter Sekundärprodukte führen, über deren gesundheitliche Risiken nicht immer klare Erkenntnisse vorliegen. Oft handelt es sich dabei um reaktive Oxidationsprodukte ungesättigter Kohlenwasserstoffe, die darüber hinaus zu organischen Aerosolen kondensieren können. Auch deswegen empfiehlt es sich, das Lüften im Hochsommer in die Abendstunden zu verlegen.” 

Nicht zuletzt empfiehlt die oberste deutsche Umweltbehörde auch in diesem Zusammenhang emissionsarme Bauprodukte: “Daher sollte künftig verstärkt auf die Verwendung emissionsarmer Produkte… … in der Bau- und Ausstattungsphase geachtet werden.” Für die Bewertung des Emissionsverhaltens von Baustoffen geben die Experten einen Ausblick auf mögliche Anpassungen an höhere Temperaturen in Gebäuden durch den Klimawandel: “Bei der Ableitung von Bewertungskriterien für Produktemissionen wird es ggf. notwendig sein, zukünftig auch eine höhere Temperaturbeanspruchung zu berücksichtigen.”

19. April 2018

Informationsdienst Holz: Streitigkeiten durch Fehlgerüche im Neubau vermeiden

Auf der vom Informationsdienst Holz bereitgestellten Seite “Holz und Raumluft” ist ein lesenswerter Beitrag zum Thema Gerüche und damit zusammenhängenden Mängelanzeigen erschienen. Obwohl Gerüche nicht grundsätzlich auf gesundheitsschädliche Emissionen zurückgehen, können sie Anlass für Auseinandersetzungen zwischen Bauherr und Bauunternehmen oder Planer sein. Die Autoren des Beitrags führen Geruchsquellen und Möglichkeiten zur Vermeidung auf.

Enthalten in dem Beitrag ist auch ein Verweis auf die vom Umweltbundesamt geplanten Geruchsleitwerte, die nicht nur für Holzbauer interessant sein dürften.

15. März 2018

Runder Tisch zur Integration von Gesundheitsinformationen in BIM-Standards

Im Februar 2018 fand im Umweltbundesamt ein hochrangig besetztes Gespräch zum Thema „Innenraumhygiene und BIM“ statt. Interessierte Architektur- und Ingenieurbüros sowie Vertreter der Baubranche können sich in eine Mailingliste eintragen lassen.

Auf Einladung des Umweltbundesamts und des Sentinel Haus Instituts trafen sich Vertreter von Bundes- und Landesbehörden, des Bundesbauministeriums, Architekten- und Baugewerbeverbänden, Projektsteuerern, Baustoffherstellern, Prüfinstituten und Softwareanbietern, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen und einen Fahrplan für die weiteren Schritte festzulegen. „Das Umweltbundesamt sieht in der Integration zum Beispiel vom Emissionsdaten in die Datensätze von Herstellern und Softwareanbietern eine sehr gute Möglichkeit, die Belange des Gesundheitsschutzes in Gebäuden von Beginn an in die digitale Planungsmethode zu integrieren“, sagte Dr. Heinz-Jörn Moriske, Leiter der Beratungsstelle für Umwelthygiene am Fachbereich Umwelt und Gesundheit und Geschäftsführer der Kommission Innenraumlufthygiene am UBA.

Die Bereitstellung von Gesundheitsinformationen in einem international anerkannten BIM-Standard könnten mit Informationen zur Nachhaltigkeit von Baustoffen und Bauweisen verknüpft und damit zu gesünderen und zukunftsfähigen Gebäuden beitragen, waren sich die Teilnehmenden einig. „Planern im digitalen Planungsprozess klare Vorgaben im Hinblick auf mögliche Gesundheitsrisiken durch Bauprodukte und das fertige Gebäude zu geben, ist ein enormer Schritt. Genauso wichtig bleibt aber die praktische Umsetzung und die Kontrolle“, betonte Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts. Für Neubau und Sanierung sind dabei unterschiedliche Herangehensweisen und Lösungen erforderlich, darin waren sich die Teilnehmenden einig.

Fortführung in Arbeitsgruppen

Ausführlich diskutiert wurden die technischen Möglichkeiten aber auch die Notwendigkeit konkreter staatlicher Vorgaben für die Qualität der Innenraumluft in Gebäuden. Beschlossen wurde, den Austausch sowohl in der großen Runde als auch in Arbeitsgruppen fortzusetzen, die einzelne Aspekte intensiv beleuchten. Angedachte Themenfelder sind die wissenschaftlichen Grundlagen und die Integration vorliegender Daten, die juristische Expertise zu verbindlicheren staatlichen Vorgaben zur Innenraumhygiene sowie ein Arbeitskreis zur Umsetzung und Kontrolle von BIM-geplanten gesünderen Gebäuden in der Praxis. Vor der Sommerpause wollen sich die Beteiligten für die nächste Runde auf Einladung des UBA treffen. www.sentinel-haus.eu.

Mailingliste „Healthy Building goes BIM“

Interessierte Architektur- und Planungsbüros sowie Vertreter der Baubranche können sich beim Sentinel Haus Institut in eine Mailingliste eintragen lassen, um regelmäßig Informationen zum Stand der Gespräche zu erhalten. Dafür genügt eine E-Mail mit der Angabe eines konkreten Ansprechpartners und dessen Kontaktinformationen an Claudia Porath unter porath@sentinel-haus.eu.

27. Februar 2018

Interview mit Dr. Wolfgang Plehn, UBA in “Das Haus”

“Das Haus”, die Kundenzeitschrift der LBS-Landesbausparkassen (circa 1,25 Millionen Leser), berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe ausführlich über das gesündere Bauen und Wohnen. Im Mittelpunkt steht ein Interview mit Dr. Wolfgang Plehn, Direktor beim Umweltbundesamt und zuständig für “Stoffbezogene Produktfragen”. Der Experte bestätigt darin unter anderem die Relevanz einer schadstoffarmen Innenraumluft und die Wichtigkeit emissionsarmer Baustoffe. Das Interview ist der Auftakt einer Reihe von Gesprächen zum Thema Gesünderes Wohnen, die von der Redaktion geplant sind. Den lesenswerten Beitrag stellen wir mit freundlicher Genehmigung der Redaktion zur Verfügung.

24. Juli 2017

Umweltbundesamt sieht gute Luft in Innenräumen in Gefahr

Angesichts der möglichen deutlichen Verschlechterung bei der gesundheitlichen Qualität von Baustoffen sieht das Umweltbundesamt die Raumluftqualität von Innenräumen in Gefahr. Das hat die oberste deutsche Umweltbehörde am 24. Juli 2017 in einer Pressemitteilung erneut bekräftigt. 

Zitat: “Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), das es den Mitgliedstaaten künftig nicht mehr erlaubt, an Bauprodukte strengere nationale Anforderungen zum Schutz der Gesundheit zu stellen. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Ob Parkett im Wohnzimmer oder Teppich im Kindergarten: Die EU darf bei Bauprodukten keine Abstriche bei der Gesundheit und beim Umweltschutz machen. Es muss auch weiterhin erkennbar bleiben, ob Bauprodukte der Gesundheit schaden oder nicht.“

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: Die EU -Kommission hat zwar einen Vorschlag für eine Ergänzung der EU-weiten und einheitlichen CE-Kennzeichnung von Bauprodukten um gesundheitliche Aspekte vorgelegt. Dieser Vorschlag lässt jedoch Emissionen von VOC aus Lösemitteln und anderen chemischen Hilfsstoffen zu, ohne dies zu kennzeichnen. „Die hohen deutschen Standards sind in Gefahr. Da wir uns über 80 Prozent der Zeit in Innenräumen aufhalten, sehen wir das sehr kritisch. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen erkennen und nachprüfen können, ob Bauprodukte in Wohnung, Kindergarten und Büro gesund-heitlich unbedenklich sind“, so Krautzberger.”

Das Thema der gesundheitlichen Bauproduktqualität ist auch einer der Schwerpunkte in der aktuellen, gleichnamigen Publikation des UBA. Hier findet sich die Pressemitteilung im kompletten Wortlaut.

 

6. Mai 2013

Schadstoffe aus Bauprodukten EU-weit einheitlich bewerten

Bauprodukte für den Innenausbau, wie Holzwerkstoffe oder Bodenbeschichtungen, können eine wesentliche Quelle für Schadstoffe in der Raumluft sein. Wie gehabt also. Was immer noch fehlt, ist ein europaweit einheitliches, hohes Schutzniveau des Verbrauchers vor Ausgasungen aus Bauprodukten. Nun spricht sich das UBA gemeinsam mit einer Expertengruppe aus zehn europäischen Ländern für europaweit einheitliche Bewertungsmaßstäbe aus, um die Gesundheit der Bürger besser zu schützen. Die Expertengruppe arbeitet seit 2011 an einer europäischen Liste mit Stoffen und dazugehörigen Bewertungen (EU-LCI-Werte). Das UBA fordert die Europäische Kommission auf, diese Arbeit mit einem klaren Zeitplan zu unterstützen. Die Liste sollte bis Ende 2014 abgestimmt veröffentlicht werden. Mit harmonisierten Messmethoden und Bewertungen kann die Europäische Kommission Regelungen für eine europaweit einheitliche Begrenzung und Kennzeichnung von Materialausgasungen erlassen. Für die Industrie wäre die Liste eine verlässliche Grundlage, um emissionsarme Bauprodukte zu entwickeln.

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